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Dienstag, 14 August 2018 07:00

Großbritannien: Preissteigerungen für nicht vertrauenswürdige Bahnbetreiber?

Die britischen Bahnbetreiber mussten in den letzten Wochen viel schlechte Presse über sich ergehen lassen, nachdem das Fahrplanchaos seit Mai in ganz Großbritannien zu Massenfrust geführt hat. Dies spiegelt sich in einer Analyse der Verbraucherzeitschrift Which? wieder, die belegt das die Zufriedenheit der Fahrgäste in den letzten 10 Jahren stagniert hat und die Bahnbetreiber als die "am zweitwenigst vertrauensvolle Industrie" in Großbetritannien gelten. Am Mittwoch (15.08.18) wird mit den offiziellen Inflationszahlen für Juli auch der neue Fahrpreisindex bekannt gegeben werden - ein erwarteter Wert von 3,5 % dürfte das Ansehen der Bahnbetreiber nicht steigern.

.Die offiziellen Daten der Transportbeobachtungsstelle Transport Focus wurden von Wich? analysiert und zeigen, dass die Zufriedenheit mit der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Zugverkehrs in den letzten zehn Jahren von 79% auf 73% gesunken ist. Weniger als die Hälfte der Passagiere (46 %) waren in den letzten 10 Jahren mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und der Bearbeitung von Beschwerden zufrieden, so die Analyse, bei Pendlern bewegen sich die Zahlen bei 31 %.

Diese Ergebnisse, zusammen mit sinkendem Vertrauen und steigenden Fahrpreisen, zeichnen ein düsteres Bild der Bahnbetreiber. Im Juli 2018 gaben nur 23% der Menschen an, dass Vertrauen in Bahnreisen haben. Dies entspricht einem Rückgang von sechs Prozentpunkten gegenüber Juli 2017. Gleichzeitig sind die Fahrpreise seit 2008 um 40% gestiegen, was mehr als dem Eineinhalbfachen der Verbraucherpreisinflation (26%) im gleichen Zeitraum entspricht.

Peter Vicary-Smith, Chief Executive von Which?, sagt zu den Ergebnissen: "Bei anhaltend schlechtem Service, Verspätungen, Stornierungen und dem Ärger, eine Entschädigung für Fahrten zu erhalten, ist es nicht verwunderlich, dass das Vertrauen in die Bahnbetreiber immer geringer geworden ist und sich nur noch verschlechtert hat."

Am Mittwoch (15.08.18) wird der Einzelhandelspreisindex (RPI) für Juli veröffentlicht werden. Er ist ein Maß der Inflation, an das auch die mittlere Fahrpreiserhöhung gekoppelt wird. Wirtschaftswissenschaftler sagen einen Wert von 3,5 % voraus.

Die Bürgermeister von Greater Manchester und der Stadtregion Liverpool haben dagegen nach monatelangem Chaos im ganzen Land ein Einfrieren der Bahntarife gefordert. In einem gemeinsamen Brief an den Verkehrsminister, Chris Grayling, sagten sie, dass der erwartete Preisanstieg von 3,5% für die heimgesuchten Passagiere "eine verletzende Beleidigung" bedeuten würde.

WKZ, Quelle BBC, Guardian, Which?

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