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Montag, 20 August 2018 14:19

Italien: Korrosion der Stahlseile des Morandi-Viadukts in Genua seit Februar bekannt

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Fotos Vigili del Fuoco.

Das Ministerium für Infrastruktur, die Generaldirektion für die Überwachung der Autobahngesellschaften in Rom und die öffentliche Baubehörde Piemont - Valle d'Aosta - Ligurien in Genua sowie Autostrade per l'Italia, die zur Familie Benetton gehöret, müssen sich der Schwere der Korrosion des Morandi-Viadukts in Genua, das am Dienstag, dem 14. August, einstürtzte und 43 Menschen in den Tod riss, bewusst gewesen sein.

Ein von der Wochenzeitschrift L'Espresso zitiertes Protokoll zwischen der Generaldirektion Infrastruktur, dem Aufsichtsrat, dem öffentlichen Bauunternehmen und der Verwaltungsgesellschaft zeigt, dass die Schwere der Korrosion bereits im Februar 2018 bekannt war.

Mindestens sieben Techniker, fünf vom Staat und zwei von der Verwaltungsgesellschaft, wussten, dass die Korrosion an den von Betonstäben geschützen Metallseilen der Brückenpfeiler 9 (derjenige, der zusammengebrochen war) und 10 eine Reduzierung um bis zu 20 % verursacht hatten, die das ausgewogene System der Struktur beeinträchtigt hat. Da die Metallseile in Beton eingehüllt waren, wurde die mögliche Querschnittsverringerung anhand des elektrischen Widerstandes ermittelt.

Trotz dieser Schlussfolgerungen haben es weder das Ministerium noch der Konzessionär in den letzten sechs Monaten für notwendig gehalten, den Verkehr einzuschränken, Lastkraftwagen umzuleiten, die Anzahl der Fahrspuren pro Fahrbahn von zwei auf eine zu reduzieren oder die Geschwindigkeit zu verringern.

Der vom Verkehrsminister Danilo Toninelli eingesetzten Untersuchungskommission gehören auch Mitglieder bei, die bei der Ausarbeitung des Protokolls beteiligt waren und demnach Bescheid gewusst haben. Die Kontrollierten kontrollieren sich sozusagen selbst.

WKZ, Quelle L'Espresseo, NZZ

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Letzte Änderung am Montag, 20 August 2018 14:22

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