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Donnerstag, 23 August 2018 07:10

Portugal: CP will vor dem Kauf neuer Züge mehr Renfe-Material anmieten

Der Präsident der portugiesischen Staatsbahn CP, Carlos Nogueira, kündigte am Montag eine "strategische Partnerschaft" mit dem spanischen Bahnbetreiber Renfe an, um der Liberalisierung des Eisenbahnmarkts im Jahr 2019 "kompetenter" begegnen zu können. Im Gespräch mit Journalisten nach einem Besuch in der Wartungswerkstatt EMEF in Lissabon, hat er darauf hingewiesen, dass der Staat die CP auf die Dauer im Wettbewerb "nicht schützen" könne.

Eine strategische Partnerschaft mit Renfe wäre sinnvoll, da diese besseres Rollmaterial zur Verfügung stellen könnte. Die CP rechnet damit, unter Beibehaltung bisheriger Preise bis zu 3,5 Mio. Euro für neue Mietverträge von sechs bis zehn Zügen der Renfe-Baureihen 592 und 592,2 zahlen zu müssen. Derzeit erhält Renfe für 20 Kompositionen 7 Mio. Euro pro Jahr. Die Miete von Zügen des spanischen Betreibers Renfe wird durch das Budget der CP-Gruppe gedeckt, die in diesem Jahr 42 Mio. Euro für Investitionen und Wartung von Zügen eingeplant hat. Die Mietverträge sollten zwischen zwei und drei Jahren dauern. Es wird erwartet, dass dieses Material in den West- und Algarve-Linien verwendet wird.

Die Unterlagen für den Start der Ausschreibung für den Kauf neuer Züge befinden sich noch in der Vorbereitungsphase, die aber "in den kommenden Monaten abgeschlossen sein wird", fügte der Staatsminister für Infrastruktur, Guilherme W. d’Oliveira Martins, hinzu. Die internationale öffentliche Ausschreibung sollte daher noch in diesem Jahr beginnen. Zunächst war der Kauf von 35 Zügen geplant - 28 für den Regionalverkehr und sieben für den Fernverkehr. Im Januar verkündete die Zeitung Público jedoch, dass nur 28 Züge für den Regionalverkehr angeschafft werden sollen.

Die Wartungswerkstatt EMEF, zu 100% im Besitz der CP, wird ebenfalls dem Wettbewerb angepasst werden müssen und deshalb autonome Einheiten mit dem Güterbetreiber Medway (ex CP Cargo) und der Metro do Porto erhalten. Dieses Modell zielt darauf ab, "die EMEF zu schützen sowie Arbeitsplätze und die Nachhaltigkeit der EMEF zu erhalten". EMEF hat seit Januar 57 Mitarbeiter mit dem Eintritt in das Rentenalter verloren und beschäftigte Ende 2017 noch 886 Mitarbeiter. Durch 102 Neu-Einstellungen soll nun angesichts neuer Züge eine "effektive Erhöhung der Reparaturkapazitäten ermöglicht" werden, aber für die Gewerkschaft FECTRANS sind davon schon jetzt 62 "prekär beschäftigt".

WKZ, Quelle Publico, CMJornal, Dinheirovivo

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