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Mittwoch, 29 August 2018 07:00

Frankreich: Diskussion um die Kleinen Linien wieder entfacht

Frankreich diskutiert derzeit wieder die Schließung der kleinen Linien als Folge der Bahnreform und des Duron-Berichts. Nachdem die Zeitung Le Monde noch einmal eine Zusammenfassung der möglicherweise betroffenen Linien unter dem Titel "Les petites lignes ferroviaires en sursis" (Die kleine Eisenbahnlinien auf Bewährung) gebracht hatte, fühlen sich die CGT-Gewerkschaftler aus dem Limousin aufgeschreckt und stellen die Auswirkungen der verschiedenen Reformen in Frage.

"Der Limousin sieht jetzt aus wie eine verbrannte Erde. Die Auswirkungen der verschiedenen Bahnreformen, der Businessplan, die politischen Entscheidungen des Regionalrates schaffen eine Eisenbahnwüste", erklärt Regionalsekretär Frédéric Tronche gegenüber der Zeitung Le Populaire.

In den Augen der Eisenbahner, sind fast 500 km Strecke innerhalb von drei Jahren gefährdet. Das ist mehr als die Hälfte des auf 900 km geschätzten Limousin-Netzes. "Wir sind das Gebiet, das auf dem Altar der Produktivität geopfert wird", fährt Frédéric Tronche fort. In Limousin wären folgende Linien von einer möglichen Schließung in den kommenden Jahren betroffen:

• Limoges – Angoulême,
• Limoges – Ussel,
• Tulle – Ussel,
• Brive-la-Gaillarde – Aurillac.

Die Zeitung Le Monde hatte noch einmal einen Überblick über die betroffenen kleinen Linien gegeben. Die Linien mit weniger als 30 Zügen pro Tag sind tatsächlich auf den Bereich Aquitanien, Limousin, Auvergne, Midi-Pyrénées zwischen Bordeau und Lyon komzentriert. Die kleinen Linien repräsentieren 32% des Netzes in km, aber nur 9% an Zügen und 2% an Fahrgästen. Die großen Linien dagegen 27% an km, aber 80% an Zügen. Mit 1,75 Mrd. Euro beanspruchen die kleinen Linien 16 % der öffentlichen Unterstützung für das Eisenbahnwesen.

Diskutiert wird auch die Übertragung der Strecken auf die Regionen. Hier besteht allerdings das Risiko darin, dass die Regionen ohne zusätzliche Mittel den Besitz an Schienen übernehmen müssen. "Es besteht bereits ein Defizit von 7 Mrd. Euro für die Finanzierung der laufenden Verträge zwischen Staat und Region (CPER), so dass die Frage der Finanzierung von entscheidender Bedeutung sein wird", bestätigt Michel Neugnot, zuständig für Verkehr bei der Vereinigung der Regionen in Frankreich.

Immerhin: Nachdem Xavier Bertrand (Präsident der Region Hauts-de-France) und François Ruffin (Stellvertreter von La France insoumise für die Somme) monatelang geschrien hatten, haben sie diesen Sommer von der Verkehrsministerin Elisabeth Borne die Wiedereröffnung der Linie Abbeville - Le Tréport erhalten, die im Mai geschlossen wurde.

WKZ, Quelle Le Monde, Le Populaire

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