Italien: Treffen zu Trenord noch ohne Rahmenvereinbarung

Foto Region Lombardei.
Beim ersten institutionellen Treffen zwischen dem Präsidenten der Region Lombardei, Attilio Fontana, und dem neuernannten Geschäftsführer von Ferrovie dello Stato, Gianfranco Battisti, am 31.08.18 gab es zwar die Zusage für neue Züge ab Oktober, aber noch keine struktuellen Änderungen bezüglich Trenord zur Verbesserung des Nahverkehrs in der Lombardei.
In den letzten Monaten gab es viele Hypothesen zur Verbesserung der Struktur des Nahverkehrs in der Lombardei. Derzeit wird das Kapital von Trenord zu je 50% auf die Region über FNM und Trenitalia verteilt. Der Vorschlag eines größeren Anteils für Trenitalia würde zu einer größeren Entscheidungsautonomie für die aufkommenden umfangreichen Investitionen zur Verbesserung des Pendlerverkehrs in der Lombardei führen, der täglich mehr als 750 000 Passagiere betrifft. Ursprünglich sollte bis zum 30. Juli eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet werden, in der die Phasen der Neuordnung in drei Arbeitsgruppen festgelegt werden.
Das Treffen hat zwar keine Rahmenvereinbarung festgelegt, jedoch einige Initiativen eingeleitet, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden sollen. "Was die Zukunft von Trenord betrifft, können wir keine Hypothese ausschließen, wir werden versuchen, eine Lösung zu finden, die von beiden Seiten geschätzt wird. Aber es wird Monate dauern", wird Fontana von der Zeitung La Stampa zitiert. Inzwischen haben sich die Region und FS aber wenigstens wie angekündigt auf die Autonomie des Geschäftsführers Marco Piuri geeinigt.
Immerhin brachte das Treffen dann aber das Ergebnis, dass im Oktober weitere neun Züge für die lombardische Flotte eintreffen werden - keine neuen, sondern bereits auf anderen Strecken im Einsatz befindliche. In den ersten Monaten des Jahres 2019 werden weitere 25 gebrauchte und 15 neue Züge hinzukommen, so dass der Fahrzeugpark insgesamt um 49 Züge in etwas mehr als vierzehn Monaten aufgestockt werden wird. In den nächsten drei Jahren werden auf dem lombardischen Netz schließlich 161 neue Rock- und Pop-Züge verkehren, die sich derzeit in einer fortgeschrittenen Testphase auf der Testbahnstrecke in Velim, Tschechien, befinden.
Im Oktober werden außerdem zwanzig Personen in das Trenord-Personal neu aufgenommen - darunter Zugführer und Lokführer -, die für 30 Züge bestimmt sind, die hauptsächlich während der Hauptverkehrszeiten verkehren.
Die Opposition sieht das Angebot kritischer: "Neun gebrauchte Züge und zwanzig Lokführer und Zugbegleiter Ende Oktober werden nichts lösen. Dieses Treffen hätte entscheidend sein können und brachte stattdessen wenig und nichts hervor", kommentierten Fabio Pizzul und Pietro Bussolati von der Partito Democratico in der Region das Treffen. "Wir sind getröstet zu wissen, dass der neue Geschäftsführer von Trenord operative Autonomie haben wird, schade, dass im Moment niemand genau weiß, was zu tun ist."
WKz, Quelle Region Lombardei, FS Italiane, La Stampa, Quifinanza




