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Freitag, 07 September 2018 07:00

Frankreich: Projekt Nouvel'R macht SNCF Réseau zum mehrdimensionalen Industriebetrieb

Als Folge der Bahnreform wird der französische Infrastrukturverwalter SNCF Réseau ab 2022 über einen Zeitraum von fünf Jahren zusätzliche 200 Mio. Euro für die Erneuerung und Modernisierung des Netzes erhalten, wodurch sich die jährlichen Investitionen auf 3,2 Mrd. Euro gegenüber 2,7 Mrd. in diesem Jahr erhöhen werden. Die Differenz von 300 Mio. Euro muss dabei durch SNCF Réseau über Einsparungen und höhere Einnahmen sichergestellt werden. 

Hierzu soll das Projekt Nouvel'R ausgebaut werden, das Anfang 2018 vorgestellt wurde, um SNCF Réseau "in ein eigenständiges Industrieunternehmen" umzuwandeln.

Dieser Industrieplan ist mit der digitalen Transformation verbunden, die es ermöglichen soll, durch vorausschauende Instandhaltung die Kosten um 30 % zu senken. "In drei Jahren wurden 1.500 Außendienstmitarbeiter mit Tabletts und Smartphones mit rund 20 Apps ausgestattet. Wir passen unsere Dokumentation an, um gängige Aufgaben vor Ort zu digitalisieren", sagt Patrick Jeantet, PDG von SNCF Réseau, gegenüber der Zeitung L'Usine nouvelle.

Ein digitales Signalsystem wie das, das bis 2024 auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris - Lyon in Betrieb gehen soll, würde es ermöglichen, 16 TGV pro Stunde statt heute 13 zu fahren. Am anderen Ende der Kette hängen aber etwa 9.000 km kleinerer Strecken, die wegen ihrer mangelnden Rentabilität und einer sehr geringen Anzahl von Zügen bedroht sind. Hier muss das neue Mobilitätsorientierungsgesetz Antworten geben, das 2019 kommen soll und die ausrichtenden Behörden, vor allem aber die Regionen, ansprechen wird.

Die neue Strategie des Nouvel'R-Projekts betont auch die industrielle Führung mit einer neuen, auf den Kunden, ausgerichteten Organisation, insbesondere für die Zuweisung von Zugtrassen. "Wir geben unsere pyramidenförmige Organisation mit großen Geschäftsbereichen und schlechter Transversalität zugunsten einer mehrdimensionalen Matrixorganisation auf", ergänzt Patrick Jeantet.

Für die Schulden, die in zwei Phasen vom Staat übernommen werden - 20 Milliarden Euro im Jahr 2020 und 15 Milliarden im Jahr 2022 - hat Patrick Jeantet eine ökologische Rechtfertigung gefunden. Der Abbau dieser Schulden könne "als Dekarbonisierungsplan betrachtet werden", wenn man die gute Umweltberträglichkeit der Bahn in Betracht zieht.

WKZ, Quelle L'Usine Nouvelle

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Letzte Änderung am Donnerstag, 06 September 2018 20:28

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