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Dienstag, 11 September 2018 07:10

Spanien: Renfe-Sicherheitsdirektor zurückgetreten

Der Sicherheitsdirektor des spanischen Bahnbetreibers Renfe, Antonio Lanchares Asensio, hat am Freitag (07.09.18) sein Amt niedergelegt. Die vom Entwicklungsministerium bestätigte Entlassung erfolgt nur drei Tage, nachdem sich der Minister José Luis Ábalos mit den Verbänden der Opfer des entgleisten Alvia 04155 getroffen und sie im Namen der Regierung von Pedro Sánchez um "Vergebung" gebeten hat.

Am 24. Juli 2013 führte die Entgleisung in der Kurve von A Grandeira bei Angrois, weniger als drei Minuten vor Santiago de Compostela entfernt, mit 80 Todesopfern zu einem der schwersten Eisenbahnunfälle in Spanien.

Ursprünglich wurde nur der durch ein Telefonat abgelenkte Lokführer angeklagt, bis das Gericht von A Coruña 2016 entschied, dass der Fall offen bleiben sollte. Inzwischen wurde die Anklage erweitert, darunter neben Antonio Lanchares auch auf den ehemaligen Direktor für Verkehrssicherheit von Adif, Andrés Cortabitarte, einen weiteren Adif-Angestellten und drei Techniker des öffentlichen Unternehmens Ineco, die für die Durchführung der Risikoanalyse des Projekts verantwortlich waren.

Lanchares, ein Bauingenieur mit einer langen Karriere bei Renfe, hatte schon nach Eröffnung der Anklageerhebung gegen ihn seinen Rücktritt angeboten, dieser wurde von der Renfe und dem damaligen Entwicklungsminister Íñigo de la Serna aber nicht akzeptiert.

Jesús Domínguez, Sprecher der Opferplattform Alvia 04155, glaubt, dass der Weggang von Lanchares "ein guter Anfang" sei, betont aber, dass Andrés Cortabitarte die höhere Verantwortung tragen würde, der 2017 in eine "frei gewordene" Stelle in einer neu geschaffenen Adif-Unterdirektion versetzt wurde. "Wenn Lanchares Verantwortung trägt, ist die von Cortabitarte noch größer", sagte Domínguez gegenüber Europa Press.

Bei dem Treffen in dieser Woche mit den Opfern des Alvia verpflichtete sich der Minister, eine "Formel für die völlige Unabhängigkeit der Untersuchungsausschüsse, sowohl funktionell als auch wirtschaftlich", zu prüfen, nachdem die Europäische Eisenbahnagentur eine harte Stellungnahme gegen die Untersuchungen der Kommission für die Untersuchung von Eisenbahnunfällen (CIAF) zur Entgleisung von Angrois abgegeben hatte. Diese Kommissionen sollte nicht mehr vom Ministerium abhängig sein und über "angemessene und ausreichende Mittel verfügen, um ihre Arbeit selbständig ausführen zu können".

WKZ, Quelle El País

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