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Donnerstag, 13 September 2018 13:00

Portugal: Mit Dampf entlang der Douro

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Auch in diesem Jahr bieten die Portugiesischen Eisenbahnen CP von Juni bis Oktober einen historischen Dampfzug im Dourotal an. Der wunderbar aussehende Zug mit der Lok 0186 und fünf authentischen Holzwagen startet in Peso da Régua (in Fahrplänen nur Régua genannt), hält in Pinhão zum Wasserfassen und endet in Tua, wo die Lok für die Rückfahrt nach Régua auf einer Drehscheibe gedreht wird.

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Der erste Teil bis Pinhão ist auf der Straße am südlichen Ufer einfach zu verfolgen, aber für die Fotostellen zwischen dort und Tua braucht man sehr lange. Die schmalen und steilen Sandstraßen sind eigentlich nur mit Allradantrieb befahrbar. Die nachfolgenden Bilder stammen vom 8. und 9. September 2018.

Die wuchtige 1‘D2‘-Tenderlok 0186 ist 1925 von Henschel & Sohn mit der Fabriknummer 19895 für die Companhia dos Caminhos de Ferro do Sul e Sueste (SeS), die spätere Caminhos de Ferro do Estado (CFE) gebaut worden, wo sie als 406 fuhr. Die Maschine gehörte zu einer Serie von zehn Loks, alle von Henschel und alle für eine Spurweite von 1676 mm (später 1668 mm). Nachdem die CFE Teil der Companhia dos Caminhos de Ferro Portugueses geworden war, bekam die Lok zuerst die Nummer 01206 und lief ab 1950 bei den Comboios de Portugal (CP) als 0186.

Während der historische Douro-Zug jährlich fuhr, wurde die Dampflok im Jahr 2013 durch eine Diesellok ersetzt, weil eine umfangreiche Revision anstand, die drei Jahre dauerte. Dabei wurde die 0186 von Kohle- auf Ölhauptfeuerung umgebaut. Wegen der höheren Temperaturen bei der Ölfeuerung wurde die kupferne Feuerbüchse durch eine Stahlfeuerbüchse ersetzt. Ein großer Vorteil ist, dass es kein Funkenflug mehr gibt und die Lok somit auch in trockenen und warmen Perioden eingesetzt werden kann. Früher kam es öfter vor, dass der Zug mit Diesel gefahren werden musste.

Der Umbau wurde von der Empresa de Manutenção de Equipamento Ferroviário zusammen mit den spezialisierten spanischen Unternehmen Autalem und ARMF durchgeführt.

Die Linha do Douro (Douro-Strecke) war bei der Eröffnung im Jahr 1887 ein technisches Wunder und ist auch heute noch faszinierend. Die Bahn öffnete völlig isolierte Gebiete. Mit dem Bau wurde 1875 angefangen. Es dauerte vier Jahre, bis Régua erreicht wurde; ein Jahr später folgte Pinhão.

Ursprünglich überquerte die Strecke im weiteren Verlauf die spanische Grenze mit Anschlüssen nach Salamanca und Madrid. Obwohl die wunderschönen Schmalspurstrecken, die von der Hauptstrecke abzweigten, schon längst stillgelegt und zum größten Teil abgebaut sind, ist es noch immer ein Erlebnis, die 160 km von Porto nach Pocinho mit mehr als 20 Tunneln, 30 Brücken und 34 Bahnhöfen zu befahren. Es gibt tägliche Abfahrten ab Porto (São Bento und Campanhã). Hinter Régua ist die Douro-Strecke am spektakulärsten, direkt am Flussufer und quasi festgeklebt an den Felsen des Dourotals. Manche Haltepunkte bestehen nur aus einer Hütte mit einem Bahnsteig, die von den lokalen Quintas benutzt werden.

Das gesamte Gebiet mit Fluss, Eisenbahn und Weinfeldern ist ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Ad van Sten

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