
Momentan werden auf der Neubaustrecke Testfahrten mit alten MR-Dieseltriebwagen durchgeführt, die – gespickt mit Technik – zur Einrichtung des Signalsystems entlang der zweigleisigen Bahn dienen. Die Züge fahren allerdings nur mit Tempo 120. Foto Banedanmark.
Die Inbetriebnahme der ersten Hochgeschwindigkeitsstrecke im dänischen Eisenbahnnetz war bereits von Dezember diesen Jahres auf Mai 2019 verschoben worden, um dann eine größere Zahl von Fernverkehrszügen über die rund 60 Kilometer lange Strecke leiten zu können. Doch nun hat sich herausgestellt, dass ab kommenden Jahr nur zwei Züge pro Stunde in jede Richtung über die neue Strecke zwischen Ringsted und Kopenhagen fahren können.
Damit kann die dringend zur Entlastung der bestehenden Hauptstrecke über Roskilde benötigte Verbindung auch nicht für die meisten Fernzüge zwischen Jütland und der Hauptstadt genutzt werden, für die man sich Fahrzeitverkürzungen erhofft hatte.
Ursache des stockenden Betriebs auf der neun Milliarden Kronen Neubaustrecke sind Verzögerungen beim Umbau des Bahnhofs Ringsted, wo die Neubaustrecke mit den Strecken Richtung Rødby und Odense verknüpft wird.
Nach Auskunft des Transportministeriums kann nur ein einziger Zug pro Stunde auf der Linie zwischen Kopenhagen und Nykøbing/Falster fahren sowie ein Schnellzug der Kategorie „Lyntog“ über die neue Strecke rasen. So werden die Reisenden aus Nordschleswig, die nur mit den Intercityzügen Sonderburg-Kopenhagen ohne Umsteigen in die Hauptstadt gelangen, auch nicht in den Genuss der Fahrzeitverkürzungen kommen, die zunächst allerdings auch nur zehn bis zwölf Minuten betragen sollten.
Der Transportsprecher der Sozialdemokraten spricht gegenüber Danmarks Radio von Schildbürgerstreichen, die das Projekt begleiten.
Im Bereich Ringsted hatte die Bahnbehörde Banedanmark aufgrund einer Kostenexplosion beim Umbau des Bahnhofes eine neue, kostengünstigere Lösung gewählt. Diese führt aber zu Verzögerungen bei der Verbindung von Bestandsstrecken und Neubaustrecke. Mit dem neuen Signalsystem, dessen Inbetriebnahme im dänischen Bahnnetz aber um Jahre verzögert stattfinden wird, sollen 24 Züge pro Stunde über die neue Superstrecke rollen können.
Erst im vergangenen Jahr war politisch beschlossen worden, die Neubaustrecke zunächst mit alter Signaltechnik auszurüsten, damit sie überhaupt nutzbar ist, bevor – voraussichtlich ab 2021 – zunächst neue elektrische Lokomotiven eingesetzt werden. In den folgenden Jahren kommen elektrische Triebwagen hinzu, die dann auch den vielen Pendlern im Raum Kopenhagen kürzere Fahrzeiten bei Verkehr über die Neubaustrecke bringen sollten.
In den kommenden Monaten beginnen auf der Neubaustrecke Versuchsfahrten mit bis zu Tempo 250 – aber ohne Mitnahme von Passagieren.
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