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Montag, 01 Oktober 2018 13:48

Schweden: Vor 100 Jahren Eisenbahnunfall von Getå

zugug

Wir schreiben das Jahr 1918. Am 1. Oktober um 18.54 Uhr, setzt der Lokführer Axel Wahlström den Zug von Norrköping mit Ziel Stockholm Central in Bewegung. Ein Erdrutsch an einem Hang südlich von Getå hat dazu geführt, dass ein großer Teil des Bahndamms in die Bucht Bråviken abgegleitet ist. Aber Axel Wahlström sieht sieht die Warnhinweise kaputter Telegrafenmasten und eines fehlenden Gleises nicht. Die Katastrophe ist unvermeidlich.

Der Zug fährt ca. 70 km pro Stunde über den abgerutschten Hang. Die Dampflokomotive stürzt den Hang hinab und kommt auf der rechten Seite zum Liegen. Sieben der Wagen rollen ebenfalls den Hang in Richtung Bråviken hinunter. Nur die letzten drei Wagen bleiben unbeschädigt. 

Vielen Menschen, die in den Wagen eingeklemmt sind, kann geholfen werden, aber mindestens 42 der Passagiere werden getötet und mindestens ebenso viele verletzt, als die hölzernen Wagen Feuer fangen. Der Unfall war das schlimmste Zugunglück im Land.

Das Jahr 1918 war von einem ungewöhnlich trockenen Frühling geprägt, gefolgt von anhaltenden Regenfällen im September. Als Folge begannen Lehm- und Kiesschichten gegeneinander zu verrutschen und der Bahndamm wurde untergraben.

Die geotechnische Untersuchung nach dem Unfall war für die Entwicklung der Geotechnik in Schweden von großer Bedeutung. Die Untersuchung der verrutschten Erdschichten ergab neues Wissen darüber, wie sich Bodenschichten gegeneinander bewegen können.

Das heutige Sicherheitssystem bei Getå würde in einer ähnlichen Situation Alarm auslösen. Gleichzeitig wird ein Signal an die Leittechnik gesendet und der Lokführer wird informiert, dass der Zug angehalten werden muss. Falls der Lokführer nicht reagiert, übernimmt dies das System und stoppt den Zug automatisch.

Am 1. Oktober befährt das Eisenbahnmuseum in Gävle den Abschnitt mit einem Zug, der von der gleichen Dampflokomotive gezogen wird, um auf den tragischen Unfall aufmerksam zu machen.

WKZ, Quelle Trafikverket

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