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Freitag, 08 April 2016 19:29

Frankreich: Transdev ist zurück

"Transdev ist zurück", erklärte Jean-Marc Janaillac, Präsident-Generaldirektor (PDG) Ende März gegenüber "Le Monde". Der zu gleichen Teilen im Besitz von Veolia und der Caisse des dépôts et consignations (CDC) Transdev befindliche Transportanbieter sieht sich nun nach Jahren des Hin und Her gerettet.

Im Jahr 2015 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 82 Mio. Euro gegenüber 33 Mio. Euro für den Wettbewerber Keolis, der Tochtergesellschaft der SNCF.
Im Jahr 2012, ein Jahr nach der Hochzeit von Veolia Transport mit der CDC, hatte das in 27 Ländern präsente Unternehmen zwar einen Umsatz von 7,9 Mrd. Euro, fuhr aber einen Verlust von 390 Mio. Euro ein, und das bei Schulden von 1,9 Mrd. Euro. Zu dem Zeitpunkt wurde eine Kapitalerhöhung von rund 800 Mio. Euro ins Leben gerufen.

Nach drei Jahren der operativen Erholung, der Veräußerung von Vermögenswerten und der Auflösung bestimmter unrentabler Transportzweige (Fährgesellschaft SNCM) erzielte die Gruppe einen Umsatz von 6,6 Mrd. Euro. Die Schulden konnten auf 741 Mio. Euro reduziert werden. "Und wir werden zu einer herkömmlichen Bankfinanzierung zurückkehren, mit der Unterzeichnung einer syndizierten Kreditlinie von 1,2 Mrd. Euro, die unsere Finanzauf-wendungen reduzieren wird", sagte Jean-Marc Janaillac.

Bis zum Jahr 2020 will Transdev einen Umsatz in der Nähe von 8,5 Mrd. Euro und mehr Rentabilität erreichen. "Alle Elemente sind darauf ausgerichtet, dass 2016 das erste Jahr eines neuen Entwicklungsstufe markieren wird" , sagt Jean-Marc Janaillac. Zur weiteren Erholung sind folgende Schritte vorgesehen:

• Erstens soll Veolia zugunsten der Caisse des Dépôts et Consignations ihren Anteil zurückziehen. Letztere wird sich dann einen neuen Minderheitsaktionär als Partner suchen. • Zweitens wird Transdev seine Entwicklung vorantreiben und sowohl seine französischen wie auch die derzeit in neunzehn Ländern vertretenen internationalen Aktivitäten ausbauen, wie z. B. auf Lille und Katar.

• Die Eisenbahn erwirtschaftet zur Zeit etwa 10% des Umsatzes, hier setzt man auf weitere Ausschreibungen in Deutschland. Ebenso wird sich Transdev für die Öffnung der regionalen Verkehrsnetze in Frankreich für den Wettbewerb positionieren.

• Ein weiteres Betätigungsfeld werden der wachsende Fernbusverkehr (Isilines) und die Mobilität auf Abruf (Taxis, VTC, etc.) sein, letztere erzeugen schon fast eine halbe Milliarde Euro Umsatz. Neue Konzepte der Mitfahrgelegenheit entstehen in den Niederlanden (Abel) und den Vereinigten Staaten (Split). In Frankreich soll Fleetme eingeführt werden.

WKZ, Quelle Le Monde

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