Italien: Baufirma Astaldi beantragt Ausgleichsverfahren

Astaldi ist am Bau des Brennerbasistunnels beteiligt. Foto BBT.
Der italienische Baukonzern Astaldi teilte am 28.09.18 mit, aufgrund der Verzögerung im Verkaufsprozess der Dritten Bosporusbrücke durch die dortigen politischen und wirtschaftlichen/finanziellen Ereignisse ein Ausgleichsverfahren („concordato“) beantragt zu haben. In Österreich/Italien ist Astaldi am Bau des Brennerbasistunnels beteiligt. In Polen zog sich Astaldi von zwei Verträgen zur Modernisierung von Eisenbahnlinien auf den Strecken Warszawa - Lublin und Poznań - Wrocław zurück. Auch am Bau der Mailänder Metro M4 ist Astaldi beteiligt.
Als Folge hat die Ratingagentur S & P Global Ratings die Astaldi SpA von "CCC-" auf "D" (Standard) herabgestuft. Fitch Ratings Inc. hat Astaldi S.p.A. von "CCC-" auf "C" herabgestuft und aus'Rating Watch Evolving' entfernt. Moody's Investors Service ("Moody's") hat das Corporate Family Rating von Astaldi S.p.A. von "Caa1" auf "Caa2" und das Probability to Default Rating von "Caa1-PD" auf "Caa2-PD" gesenkt. Der Ausblick auf beide Ratings bleibt negativ.
Um das Vermögen der Gesellschaft und das Unternehmen zu schützen, indem die Kontinuität der italienischen und ausländischen Geschäftstätigkeiten ermöglicht wird, hat der Verwaltungsrat von Astaldi einen Antrag auf Vergleich mit den Gläubigern "unter Vorbehalt" gemäß dem italienische Insolvenzgesetz geprüft und beschlossen. Der Antrag ist vorbereitend für die Einreichung eines Vergleichsvorschlags mit den Gläubigern auf "going concern"-Basis (Unternehmensfortführung) gemäß dem italienischen Insolvenzgesetz.
Während des Vergleichsverfahrens mit den Gläubigern "unter Vorbehalt" wird die Gesellschaft in der Lage sein, ihre Geschäftstätigkeit auf Dauer fortzusetzen, unter anderem an im Bau befindlichen Verträgen weiterzuarbeiten und sich in der gesetzlich zulässigen Weise an Neuausschreibungen zu beteiligen. Der vorstehende Plan konzentriert sich zunächst auf die Sicherung der Geschäftstätigkeit, insbesondere der Auslandsgeschäfte.
Zu diesem Zweck hat das Unternehmen einen vorläufigen Restrukturierungspfad identifiziert, der unter anderem die Vermietung ihrer Geschäftseinheiten an zwei neu gegründete Tochtergesellschaften (Newcos), die sich zu 100 % im Besitz von Astaldi S.p.A. befinden, beinhaltet. Das erste Newco umfasst die Aktivitäten, die im Rahmen von Joint Ventures mit internationalen Partnern durchgeführt werden, während das zweite Newco die Aktivitäten umfasst, die direkt über lokale Niederlassungen durchgeführt werden. Weiterhin wird über eine neue Super-Senior-Finanzierung und eine Kapitalerhöhung die Geschäftskontinuität des Konzerns bei Umsetzung der oben genannten Zusammensetzung in Gläubigerverfahren unterstützt.
WKZ, GK, Quelle Astaldi, PKP, Neue Südtiroler Tageszeitung




