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Freitag, 05 Oktober 2018 07:10

Spanien: Wettbewerbsbehörde senkt Trassengebühren, um Wettbewerber anzulocken

Die spanische Kommission für Märkte und Wettbewerb CNMC hat die von Adif und Adif Alta Velocidad für 2019 vorgeschlagenen Netzbenutzungsgebühren genehmigt (STP / DTSP / 069/18), wird aber eine Verringerung der Margen von Adif um mehr als 43 Mio. Euro erzwingen. Damit soll Neueinsteigern der Einstieg in den Eisenbahnmarkt erleichtert werden, teilte die Behörde am 02.10.18 mit. Die Anwendung der Gebührenordnung hängt noch von der Genehmigung der allgemeinen Staatshaushalte für 2019 ab.

Entgelte für die Nutzung von Eisenbahnstrecken sind eine Reihe von Tarifen, die Eisenbahnunternehmen an Infrastrukturbetreiber (Adif und Adif Alta Velocidad) zahlen, wenn sie das Eisenbahnnetz nutzen. Die Gebühren müssen die Infrastrukturkosten decken und sich gemäß dem Gemeinschaftsrecht an den direkten Kosten orientieren.

In Übereinstimmung mit dem Eisenbahnsektorgesetz (Ley del Sector Ferroviario) hat die CNMC die von Adif und Adif Alta Velocidad vorgeschlagenen Gebühren analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass diese nicht mit den geltenden Vorschriften übereinstimmten. Infolgedessen hat die CNMC die Beträge, die Adif und Adif Alta Velocidad durch Bahngebühren eintreiben können, um mehr als 43 Millionen Euro gegenüber den Berechnungen der Infrastrukturbetreiber gesenkt.

Das heißt, die Regulierungsbehörde ist der Ansicht, dass die direkten Kosten für die Instandhaltung des Netzes niedriger sind als die Kosten, die die Unternehmen tatsächlich für seine Nutzung zahlen. Um die Effizienz der Netzverwalter zu verbessern, ist die CNMC der Ansicht, dass ein Anreizsystem eingeführt werden sollte. Ein geeignetes Instrument, um dies zu erreichen, ist die Vereinbarung, die das Ministerium für Entwicklung gemäß dem Eisenbahnsektorgesetz mit den Infrastrukturbetreibern unterzeichnen muss.

Insgesamt hält die CNMC aber den Vorschlag von Adif und Adif High Speed für angemessen, die Passagiergebühren auf Strecken mit iberischer Spurweite für 4 Jahre und auf Güterverkehrsstrecken für 10 Jahre schrittweise zu erhöhen.

Derzeit decken die Gebühren im konventionellen Netz nicht den wesentlichen Teil ihrer direkten Kosten, so dass es dort zu einem erheblichen Anstieg kommen wird. Im Gegensatz dazu liegen die Gebühren für die am häufigsten genutzten Hochgeschwindigkeitsdienste über den geschätzten Kosten und können gesenkt werden, um den Eintritt neuer Wettbewerber zu erleichtern. In Bezug auf den Güterverkehr weist die CNMC darauf hin, dass dieser Verkehrsträger aufgrund seines sehr geringen Marktanteils durch andere Maßnahmen gefördert werden sollte.

Im Jahr 2017 beliefen sich die eingezogenen Gebühren der Infrastrukturbetreiber auf 901,39 Mio. Euro, 5,7% mehr als im Jahr 2016. In der ersten Jahreshälfte 2018 stiegen die Mautgebühren um 92%, so dass die Entscheidung des CNMC eine drastische Änderung zugunsten des Eintritts privater Unternehmen darstellt.

Adif und seine Tochtergesellschaft Adif Alta Velocidad haben Ende letzten Jahres einen Haushaltsvollzug im Wert von 776,84 Mio. Euro für Bauzertifizierungen vorgelegt, ein Volumen, das um 16,7% über dem Vorjahreswert lag, wie der öffentliche Betreiber der Eisenbahninfrastruktur mitteilte. Der Großteil der zertifizierten Arbeiten entspricht den AVE-Projekten mit einem Volumen von 567,8 Mio. Euro, während der Anteil des konventionellen Netzes bei 208,9 Mio. Euro liegt.

WKZ, Quelle CNMC, El Mundo, El Independiente, Europa Press

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Letzte Änderung am Freitag, 05 Oktober 2018 07:15

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