Frankreich: Experten belasten die Busfahrerin von Millas und entlasten die SNCF
Der erste Untersuchungsbericht der vom Untersuchungsrichter ernannten Experten über die Kollision zwischen einem TER-Zug und einem Schulbus, bei dem am 14. Dezember letzten Jahres in Millas (Pyrénées-Orientales) sechs Schulkinder um das Leben kamen, bestätigt die Verantwortung der Busfahrerin und das Funktionieren der Schranken und Lichtsignale am Bahnübergang.
"Die Ursache dieses Unfalls war ein spätes Abbremsen der Busfahrerin", zitiert die Zeitung Le Parisien den Bericht. Die Experten konnten jede mechanische oder meteorologische Ursache des Unfalls ausschließen. "Nach der Durchführung ihres feinfühligen Einbiegemanövers in die Departementsstraße 612 und nach der Beschleunigung auf 12 km/h erkannte die Busfahrerin das Vorhandensein eines Hindernisses vor ihrem Bus und drückte das Bremspedal. Das einzige Hindernis, das vor dem Bus in seiner Fahrspur liegen konnte und das ein Drücken des Bremspedals erforderte, war das Vorhandensein der geschlossenen Schranke am Bahnübergang Nr. 25. Aber als sie sich entscheidet, zu bremsen, ist der Bus bereits zu nah an der Schranke und sie kann den Bus nicht anhalten. Obwohl der Bus bremste, traf er auf die Barriere der klappbaren Halbschranke."
Weniger eindeutig drücken sich die Spezialisten aus, die die Überreste der Barriere untersucht haben. "Da mehrere Ereignisse stattgefunden haben und die Barriere auf verschiedene Weise beschädigt wurde, ist es schwierig, nachzuvollziehen, was passiert sein könnte", erklären sie.
Festzustellen bleibt noch der medizinische Zustand der Busfahrerin. Der Untersuchungsrichter hat zwei medizinische Experten - einen Augenarzt und einen HNO-Arzt - ernannt, um festzustellen, ob die Schlaftabletten, die die Busfahrerin seit sieben Jahren eingenommen hatte, einen Einfluss auf ihre Seh- oder Hörschärfe hatten.
WKZ, Quelle Le Parisien




