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Montag, 08 Oktober 2018 16:20

Schweden: Trafikverket bereitet Evakuierungsdienst mit 15 Diesellokomotiven vor

Im November 2017 wurde die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket von der Regierung beauftragt, bei Störungen im Schienenverkehr eine effizientere Abwicklung einzuführen. Die Arbeit an der Regierungsmission ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass im Jahr 2019 eine Reihe von Maßnahmen ergriffen werden kann. "Wir starten jetzt im November mit einem Pilotprojekt in Südschweden. Dort werden wir die neuen Arbeitsmethoden entwickeln und testen, mit kürzeren Reaktionszeiten und einer Betreuungsstelle in Malmö", sagt Thomas Petterson, Projektleiter von Trafikverket.

Das Pilotprojekt wird gemeinsam mit der Industrie, den relevanten Eisenbahnunternehmen und den Geschäftsbereichen der schwedischen Verkehrsverwaltung durchgeführt. "Evakuierung, Räumung und Bergung innerhalb einer angemessenen Frist zu erreichen, ist ein Qualitäts- und Vertrauensproblem für die gesamte Branche. Darüber hinaus ist es ein Sicherheitsproblem. Wir können keine Passagiere stundenlang in abgekühlten oder überhitzten Zügen ohne Information sitzen lassen. Dann besteht die Gefahr von spontanen Reaktionen."

Ziel sind der Beginn einer Evakuierung innerhalb von einer Stunde in den Ballungsgebieten und einer Räumung innerhalb von zwei Stunden. Bei Störungen außerhalb der Ballungsgebiete, wo die Entfernungen länger sind, verlängern sich die Zeiten um eine weitere Stunde.

"Es sind harte Ziele. Eine Evakuierung innerhalb einer Stunde zu starten bedeutet gegen Sekunden zu kämpfen. Wir brauchen bessere Verfahren, um mit diesen Situationen umzugehen. Die schwedische Transportverwaltung muss in der Lage sein, ein klares Mandat zu erteilen und allen Beteiligten zu sagen: Jetzt machen wir das".

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Verfügbarkeit von Möglichkeiten, liegengebliebene Fahrzeuge entfernen und wegziehen zu können. Im heutigen deregulierten Eisenbahnmarkt, wo 45 gewinnorientiert arbeitende Eisenbahnunternehmen auf der Strecke im Wettbewerb stehen, existiert ein Mangel an verfügbaren Lokomotiven, die in Räumvorgängen schnell eingesetzt werden können.

"Wir haben bisher das 'Seenotrettungsprinzip' angewendet. Das bedeutet, dass die Firma, die eine Lokomotive hat, die einer Störung am nächsten ist, eingreifen und helfen sollte, so wie es die Schiffe auf See tun. Aber das ist nicht so beliebt bei Unternehmen, die häufig angefordert werden", sagt Thomas Pettersson.

Die Lösung wird darin bestehen, dass Trafikverket einen Dienst mit 15 Diesellokomotiven und den zugehörigen Mitarbeitern kauft, die ab der zweiten Hälfte 2019 an strategischen Standorten aufgestellt werden. Der gesamte Lokomotivbestand soll 2020 verfügbar sein.

Die Lokomotiven werden durch eine für den Notdienst auferlegte Gebühr finanziert werden. Der Partei, die eine Fehlfunktion verursacht hat, wird vorgeschlagen, für die Räumung zu zahlen. Dieses Finanzierungsmodell wurde im Frühjahr für die drei Kategorien Evakuierung, Räumung des Unfallortes und Bergung gemäß der Netzwerkbeschreibung und der Eisenbahnverordnung entworfen.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Trafikverket

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Letzte Änderung am Dienstag, 09 Oktober 2018 08:26

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