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Mittwoch, 17 Oktober 2018 08:46

Schweiz: Der «Premio Pro 2018» von Pro Bahn Schweiz geht an Sonja Peter

Sonja Peter, Reisezugbegleiterin der SBB, wird mit dem «Premio Pro 2018» von Pro Bahn Schweiz, der Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs, ausgezeichnet. Dank dem Einsatz von Frau Peter via Leitstelle in Bern wurde der Anschluss eines ver-späteten Zuges aus Zürich in Göschenen abgewartet. Vorbildlicherweise hat sie das am Lautsprecher zwischen Erstfeld und Göschenen zweimal bekannt-gegeben. Rund 20 Personen konnten davon profitieren.

Der Preis wurde am Dienstagvormittag im Verkehrshaus Luzern von Norbert Schmassmann, Präsi-dent des Verbandes des öffentlichen Verkehrs (VöV) überreicht. Erstmals wurde dieses Jahr zusätzlich ein «Premio Pro Spez 2018» verliehen: Pro Bahn Schweiz zeichnet damit Jürg Degen, Präsident der Referendumskommission gegen die Stilllegung der S9/Läufelfingerli, und Dieter Forter, Gemeindepräsi-dent Läufelfingen, für den Erhalt des «Läufelfingerli» aus.

Gerade bei verspäteten Zügen sind Reisende verunsichert und besonders auf die Hilfe des Bahnpersonals angewiesen. Am Samstag, 21. Juli 2018 fuhr der «Gott-hard Weekender» von Zürich nach Göschenen in Erstfeld mit einer Verspätung von 9 Minuten ab. Da die Übergangszeit in Göschenen nur gerade mal 5 Minuten be-trägt, war schnell klar, dass das nicht reicht. Dank des Einsatzes der Reisezugbe-gleiterin Sonja Peter via Leitstelle in Bern wurde dann der Anschluss abgewartet. Rund 20 Reisende konnten davon profitieren. Die freundliche Begrüssung bei der Zugsabfahrt und auch das umsichtige Handeln beim Verspätungsfall haben die Bahnreisenden sehr geschätzt. Das ist nicht immer selbstverständlich. Sonja Peter ist eine würdige, verdiente Preisträgerin. Wir wünschen uns, dass Sonja Peter noch lange für die Reisenden im Einsatz bleibt und als Vorbild gilt.

«Premio Pro Spez 2018» für Jürg Degen und Dieter Forter

Seit über 20 Jahren versuchte der Kanton die Bahnstrecke des Läufelfingerli stillzu-legen. Jahrelang konnte man die Schliessung der Strecke immer wieder abwenden, bis im März 2018. Das Kantonsparlament hat sich dann auch für die Schliessung der Strecke ausgesprochen. Gleichentags, als der Landrat in Liestal den Zug beer-digte, startete ein überparteiliches Komitee ein Referendum. Die Bevölkerung des Tals kämpfte für seine Eisenbahn. Die nötigen Unterschriften sind zusammenge-kommen. Am 26. November 2018 entschied sich das Stimmvolk mit 65 % der Stim-men gegen die Schliessung des «Läufelfingerlis». Jürg Degen, als Präsident der Referendumskommission gegen die Stilllegung der S9/Läufelfingerli, und Dieter For-ter, Gemeindepräsident von Läufelfingen, waren die Gesichter und Promotoren der Läufelfingerli-Kampagne. Jürg Degen, ehemaliger SP-Landrat, bildete den Kopf des Seite 2 Komitees. Umsichtig, sachlich, mit viel Schaffenskraft, legte er sich voll ins Zeug, um die S9 zwischen Sissach und Olten zu erhalten. Dieter Forter kämpfte als Gemeindepräsident von Läufelfingen medial und politisch auch an vorderster Front für die Anbindung seines Dorfes. Beide haben sich als Retter der S9 sehr für den öffentlichen Verkehr engagiert.

Pro Bahn Schweiz - Interessenvertretung

Laufend werden Dienstleistungen abgebaut. Verkaufsstellen werden geschlossen, Bahnreisezentren an unattraktive Orte zu Gunsten von Take Aways verlegt. Toiletten werden ebenfalls in die hintersten Ecken verbannt, obwohl ja wirklich ausnahmslos jeder Mensch früher oder später ein solches Bedürfnis haben wird. Aktuell wird nur noch auf Digitalisierung gesetzt. Immer mehr Dienstleistungen stehen nur noch digital zur Verfügung. Das schliesst einen grossen Kundenkreis komplett davon aus. Dazu zählen auch vergünstigte Spartageskarten. Die treue Kundschaft bleibt auf der Strecke. Nichts mehr bleibt wie es war. Bewährtes und Beliebtes wird abgeschafft und durch neues Unausgereiftes ersetzt. Die Pannen und Probleme nehmen zu. Pro Bahn Schweiz fordert deshalb, dass die Transportunternehmungen sich wieder zuerst auf ihre Kernaufgabe, nämlich dem Transport der Reisenden, konzentrieren mit dem dazu nötigen Kundenservice.

Pro Bahn Schweiz erreichen sehr viele positive Meldungen, von lebensrettenden Massnahmen bis hin zu kleinen Gesten, die sich den Reisenden einprägen. Den Kundinnen und Kunden ist es wichtig, dass sie ein Gefühl der ehrlichen Anteilnahme erhalten, einen taktvollen Umgang erfahren und es nicht um eine widerwillige Handlung handelt, weil es die Betriebsabläufe so vorschreiben. Gerade in schwierigen Situationen, wie bei Pannen, Unfällen oder auch Verspätungen ist es besonders wichtig, wenn sich die Mitarbeitenden in die Situation der Reisenden hineinversetzen und sie bestmöglichst unterstützen. Es gilt wie überall der Grundsatz: Man sollte den anderen Menschen gegenüber so begegnen, wie man das in derselben Situation für sich selber auch wünschen würde.

Pressemeldung Pro Bahn Schweiz

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