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Samstag, 20 Oktober 2018 15:24

Belgien: Prozess zu Buizingen wegen Sprachwechsels verschoben

Das Bezirksgericht Brüssel hat den von der Verteidigung des angeklagten Lokführers im Prozess zur Bahnkatastrophe von Buizingen 2010 beantragten Sprachwechsel genehmigt, so die Staatsanwaltschaft Halvorde. Der Prozess muss daher auf Französisch durchgeführt werden.

Die Staatsanwaltschaft, die sich dem Sprachwechsel widersetzt hatte, kann gegen diese Entscheidung noch Beschwerde beim Obersten Gerichtshof einlegen. Dieser Sprachwechsel wird das Verfahren weiter verzögern.

Die Opfer der Bahnkatastrophe von Buizingen sind von der Entscheidung des Gerichts enttäuscht, sagte ihr Anwalt Jan Buelens am Freitag gegenüber der belgischen Presse. Sie warten seit acht Jahren auf den Prozess.

Es handelt sich um eine typische belgische Situation "Wir verstehen, dass die Rechte der Verteidigung respektiert werden müssen, aber es ist schwierig, wir berücksichtigen nicht die Interessen der Opfer", fügte Herr Buelens hinzu. "Dieser Sprachwechsel ist eine Situation, die nur in Belgien auftreten kann. Wir hoffen, dass der Staatsanwalt und das Gericht das Notwendige tun werden, um sicherzustellen, dass der Fall nicht weiter verzögert wird."

Bei dem Eisenbahnunfall von Buizingen kamen am 15.02.10 insgesamt 19 Menschen um das Leben, als ein L-Zug (Regionalzug) Louvain – Braine-le-Comte mit einem IC Quiévrain – Liège-Guillemins frontal zusammenstieß. Der später angeklagte Lokführer hatte ein rotes Signal überfahren. Die SNCB wurde nach dem Zugunglück verpflichtet, bis Ende 2013 alle Fahrzeuge mit dem automatischen Bremssystem TBL1 + auszurüsten. Insgesamt wurden 1.200 Lokomotiven mit TBL1 + ausgerüstet, darunter die Lokomotiven T18 und Triebwagen Desiro über das europäische Sicherheitssystem ETCS.

WKZ, Quelle Le Soir

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