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Montag, 28 November 2016 10:41

Frankreich: Zum ersten Mal übernimmt eine Region Nationale Züge

Die französische Presse bezeichnet es als Revolution oder Meilenstein der französischen Eisenbahngeschichte: Zum ersten Mal übernimmt mit der Normandie eine Region in Frankreich nationale Verkehrsaufgaben. Hervé Morin, Präsident der Region Normandie, unterzeichnete am 24.11.16 im Wartungszentrum Sotteville-lès-Rouen (Seine-Maritime) den über den Vermittler SNCF erfolgten Erwerb von 40 Zügen des kanadischen Herstellers Bombardier. Ab dem 01.01.2020 sollen sie die Coral-Züge auf den Linien Paris - Caen - Cherbourg und Paris - Rouen - Le Havre ersetzen.

Diese Züge gehören zu den "Zügen des territorialen Gleichgewichts" (trains d'équilibre du territoire, TET), die von der SNCF bisher unter dem Markennamen "Intercités" unter der alleinigen Aufsicht des Staates betrieben werden.
Dies ist eine neue Phase der der Regionalisierung zwischen der Normandie und dem Staat. Das Transportministerium übernimmt die Investition von 720 Mio. Euro für die neuen Züge, deren Wartung und die Anpassung der Infrastruktur. Die Region ersetzt den Staat als Autorisierte Behörde zur Durchführung der Leistungen, die den Betrieb dieser Züge der SNCF anvertraut.

"Das ist das Ende eines Albtraums, in dem die Normannen das Ende nicht gesehen haben. Die Qualität des Betriebs hatte sich von Jahr zu Jahr verschlechtert. Dem Staat, nach rechts oder nach links gelehnt, gelang es nicht, diese Züge zu verwalten. Die Normandie war in den 1970er Jahren führend mit dem Turbotrain, der Aufschwung des TGV warf uns zurück," wird Hervé Morin von Le Monde zitiert.

Die neuen Doppelstockzüge vom Typ Omneo Premium sind 200 km/h schnell, können 860 Fahrgäste befördern und haben Steckdosen, persönliche Leselampen und Wi-Fi an Bord. Sie werden bei Bombardier in Crespin (Nord) nahe Valenciennes hergestellt. Die Werkstatt Sotteville bei Rouen wird Referenzwartungszentrum.

Im Bahnhof Saint-Lazare in Paris gibt es reservierte Bahnsteige auf einem "normanisierten" Abschnitt. Zu Beginn drohte der Vertrag aufgrund der für die breiten Züge engen Bahnhofszufahrten in Saint-Lazare noch zu scheitern, diese Zweifel konnten mit Beginn der Testfahrten aber ausgeräumt werden.

Am 17. November kündigte das Ministerium eine neue Vereinbarung mit der Region Grand Est für drei nationalen Linien an: Reims - Dijon, Hirson - Metz und Paris - Troyes - Belfort. Für diese letzte Verbindung legt der Staat 275 Mio. Euro für den Kauf von 19 neuen Zügen auf den Tisch.

WKZ, Quelle le Monde

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