Italien: Bozner Tram auf dem Weg


vertragsunterzeichnung und Bahnhof Bozen. Fotos STA, Hans-Jürgen Schulz.
Nach langen Jahren des Zögerns und Wartens ist die neue Bozner Tram nun auf dem Weg: Das Land Südtirol, die Gemeinde Bozen, die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) und die Städtische Autobus Service AG (SASA) haben am 19.10.2018 die Vereinbarung für den Bau einer Straßenbahn in Bozen/Bolzano unterzeichnet.
Die Planung soll in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden, die Unterlagen für die Ausschreibung sind bereits vorbereitet. Geplant ist zunächst der Bau einer innerstädtischen Strecke vom Bahnhof Bozen durch das Zentrum zum Bahnhof Sigmundskron, welche später ins Überetsch verlängert werden soll. Sie wird vom Bahnhof Bozen über die Freiheitsstraße, die Drususallee und das Bozner Krankenhaus in Moritzing zum künftigen Mobilitätsknotenpunkt Sigmundskron führen, 17 Haltestellen aufweisen und ca. 7 km lang sein. Später soll eine Verlängerung ins Überetsch nach Kaltern hinzukommen, welche dann zukünftig die Rittner Seilbahn mit der Mendelbahn auf Schienen verbinden wird. Bereits 2010 war nach einer Machbarkeitsstudie das Tramprojekt in den Mobilitätsplan aufgenommen worden. Hohe Realisierungskosten verhinderten aber eine Umsetzung dieser Pläne, die damals noch zwei separate Strecken vorsahen, eine nach Kaltern und eine nach Kaiserau.
Geplant wird die Infrastruktur von der STA, einer Inhouse-Gesellschaft des Landes, die auch den Wirtschafts- und Finanzplan für das Mobilitätsvorhaben erarbeiten und den Zeitplan für alle Baumaßnahmen ausarbeiten wird. Zudem soll die STA für die Vergabe des Dienstes an den Konzessionär SASA zuständig sein, das Rollmaterial beschaffen und dieses dem Dienstleister zur Verfügung stellen. Die SASA, an der die Gemeinden Bozen, Meran und Leifers beteiligt sind, und an der das Land selbst 17,79 % der Anteile hält, soll den Tramdienst vorerst für 15 Jahre versehen und die Tram möglichst gut mit den anderen öffentlichen Verkehrsmitteln vernetzen.
Die Finanzierung wird nach Abzug der staatlichen und europäischen Förderungen vom Land und der Gemeinde Bozen jeweils zu gleichen Teilen getragen. Gerechnet wird derzeit mit einer Investition von 120 Mio. EUR und einer Realisierung in der ersten Hälfte der 2020er Jahre.
Bereits von 1907 bis 1948 gab es in Bozen einen Vorgängerbetrieb in Meterspur, der die damals noch drei selbstständigen Gemeinden Zwölfmalgreien, Bozen und Gries miteinander verband.
Hans-Jürgen Schulz




