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Dienstag, 30 Oktober 2018 12:00

Ungarn: Drei Bahnen und eine Strecke / Szob - Nagybörzsöny

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Rund 65 km von Budapest und ca. 240 km von Wien entfernt, an der Donau gelegen, liegt das das kleine ungarische Städtchen Szob/Zopp welches Ausgangpunkt einer neuen, aber zugleich alten Schmalspurstrecke durch das Börzöny/Pilsen-Gebirge ist. Neu - weil die rund 22 km lange, 760mm Schmalspurbahn erst seit 2016 wieder durchgehend befahrbar ist und alt - weil bereits von 1924 bis 1992 eine Bahn auf gleicher Strecke, vornehmlich für den Güterverkehr existiert hat.

 

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Die Anfänge reichen zu einer 600-mm-Waldbahn rund um Nagybörzsöny/Deutschpilsen zurück, welche durch die Grenzziehung zur Slowakei 1920 ihren Vollbahnanschluss verlor. Eine Schienenverbindung für die nunmehr völlig vom Kernland Ungarn abgeschnittene Region wurde 1924 durch Umspurung der 600-mm-Waldbahn und eine neue Verbindungsstrecke zur 760-mm-Steinbruchbahn von Szob/Zopp nach Marianosztaoszta. Damit war der Transportweg zur MAV-Hauptstrecke Budapest - Bratislava/Pressburg und zur Donau sichergestellt.

Zwischen 1975 und 1992 wurde die anspruchsvoll trassierte Schmalspurbahn in Etappen eingestellt und überwiegend abgebaut. Die Idee einer touristischen Nachnutzung für diese Waldbahnstrecke blieb und bereits 2002 wurde der 8-km-Abschnitt Nagybörzsöny/Deutschpilsen - Nagyirtas (mit 2 Spitzkehren) wieder in Betrieb genommen. 2009 folgte die Wiedereröffnung der 7 km Strecke von Szob/Zopp zum Wallfahrtsort Marianoszta. Die Verbindung der beiden Stichstrecken gelang letztlich 2016 mit dem Wiederaufbau der 6,5 km Strecke Marianoszta - Nagyirtas welche über eine beachtliche Neigung von 46%o verfügt.

Abgesehen von den landschaftlichen Schönheiten des Börzöny/Pilsen Gebirges und den eisenbahntechnischen Besonderheiten der Schmalspurstrecke von Szob/Zopp nach Nagybörzsöny/Deutschpilsen kann man noch eine Besonderheit beobachten, welche nicht so leicht wo zu finden sein wird. Alle drei Teilstrecken werden von jeweils unterschiedlichen Eisenbahngesellschaften betrieben und somit darf (muss) der Fahrgast bei einer Bereisung der Gesamtstrecke jeweils zweimal den Zug wechseln. Das spielt aber keine Rolle - gilt doch auch hier "Eile mit Weile" oder die "Erfindung der Langsamkeit."

Jedenfalls haben die 3 Bahnen auf einer Strecke vielfältiges zu bieten und das bei guter Erreichbarkeit von drei Metropolen Budapest, Wien und Pressburg. 

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Letzte Änderung am Dienstag, 30 Oktober 2018 12:04

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