

Unterzeichnung des Konzessionsvertzrages am 30. Oktober und das neue Zugdesign. Foto Jernbanedirektoratet/Njål Svingheim, Go Ahead.
Die norwegische Eisenbahndirektion hat am 30.10.18 um 12.00 Uhr das Verkehrsabkommen mit Go-Ahead Norge über den Verkehr zum "Trafikpakke 1" (Sørlandsbanen, Arendalsbanen und Jærbanen) unterzeichnet. Zuvor hatte der Mitbieter SJ Norge Beschwerde gegen die Vergabeentscheidung eingelegt.
Der Acht-Jahres-Vertrag (plus einer optionalen Verlängerung um zwei Jahre) beginnt im Dezember 2019 und umfasst 5,5 Mio. Zugkilometer. Go-Ahead wird das Zugangebot unter der Vignette Søroget vermarkten. Die Züge bekommen ein neues Interieur in warmen Farben und mit einem eindeutigen Design. Magnus Hedin und Cathrine Elgin werden dafür ein lokales Team in Oslo aufbauen, das sich darauf konzentriert, "eine bessere Zugerfahrung, eine einfachere Reise und ein besseres Angebot zu schaffen".
Das Angebot wird auch besser für die Angestellten sein, verspricht Cathrine Elgin. "Es ist traurig zu glauben, dass viele Angestellte sich jetzt Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen können. Es gibt keinen Grund, und wir haben einen guten Dialog sowohl mit dem Eisenbahnverband als auch mit dem Lokführer-Verband ", erklärte Elgin.
SJ Norge reichte vor der Vertragsunterzeichnung eine förmliche Beschwerde bezüglich der Vergabe an Go-Ahead Norge ein. Der Beschaffungsprozess hätte nicht im Einklang mit dem Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen gestanden. Es sei daher notwendig, dass der gesamte Prozess gründlich überprüft wird, um zu klären, ob die norwegische Bahndirektion einen fairen Wettbewerb ermöglicht hat, sagte der CEO von SJ Norwegen, Bendek Maartmann-Moe, in einer Pressemitteilung
Die Beschwerde von SJ Norge bezieht sich vor allem auf drei Kriterien. "Ausgehend von den begrenzten Informationen der Norwegischen Eisenbahndirektion scheint es, dass der Auftraggeber das Zuschlagskriterium nicht in einer Weise bewertet hat, die der Anforderung in den Vergabevorschriften entspricht", heisst es. "Zweitens kann man sich fragen, ob das Angebot von Go-Ahead, als sehr günstiges Angebot oder taktisch im Vergleich zur Leistung, hätte abgelehnt werden sollen. ... In der Angebotsanfrage hieß es, dass sehr günstige oder taktisch günstige Angebote gegenüber der Leistung abzulehnen sind." Drittens hätte die norwegische Eisenbahndirektion ein Verhandlungstreffen mit Go-Ahead nach Vorlage des endgültigen Angebots durchgeführt. "Dies ist ein klarer Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung. Kein anderer Anbieter konnte sein Angebot zu diesem Zeitpunkt verbessern."
Die Direktorin der Eisenbahndirektion Kristi Slotsvik sagte, dass die Beschwerde die Eisenbahndirektion nicht daran hindere, das Abkommen zu unterzeichnen. "Die Beschwerde wird nun in der üblichen Weise bearbeitet und eine Schlussfolgerung wird wahrscheinlich innerhalb von 14 Tagen erfolgen." Laut Kristi Slotsvik beinhalte die Beschwede auch Annahmen, "die einfach nicht wahr sind. ... Wir haben zum Beispiel nicht Verhandlungen nach Ablauf der Frist durchgeführt."
Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle