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Freitag, 02 November 2018 13:32

Italien: Drei Angebote zur Übernahme von Alitalia, darunter FS Italiane

Drei Vorschläge gingen am 01.11.18 bei der Kommission zum Verkauf der italienischen Fluggesellschaft Alitalia ein. Die italienische Staatsbahn FS Italiane hat ein Übernahmeangebot abgegeben, die Fluggesellschaften Delta und EasyJet ihr Interesse an einer neu strukturierten Alitalia bekundet. In den nächsten Tagen werden die Kommissionsmitglieder die erhaltenen Unterlagen eingehend prüfen und ihre Entscheidungen dann dem Ministerium für Wirtschaft übermitteln.

Der wichtigste der drei beim Notar Nicola Atlante eingetroffenen Umschläge trägt den Absender Ferrovie dello Stato, der am Dienstag grünes Licht vom Vorstand erhielt, nachdem die neue Regierung die Führung ausgetauscht hat. Das Angebot sieht vor, dass im Rahmen einer zufriedenstellenden Unternehmensprüfung (Confirmatory Due Diligence) ein Businessplan erstellt wird, der eine wesentliche Voraussetzung für den Betrieb ist, um private und institutionelle Interessengruppen zu identifizieren. Gleichzeitig behält sich Fs das Recht vor, ein Unternehmen auch unter Beteiligung eines primären Luftfahrtunternehmens zu gründen. Um sich jedoch selbst zu schützen, hätten die Eisenbahnen darauf hingewiesen, dass, wenn dieses Design nicht Gestalt annehme, das Angebot auslaufen würde.

Darüber hinaus bleibt die englische Low-Cost-Gesellschaft EasyJet im Spiel, die ihr Interesse "an einer neu strukturierten Alitalia" bestätigt hat. Dies ist das zweite verbindliche Angebot von EasyJet, das, so das Unternehmen, "in Übereinstimmung mit den Bedingungen des eingeleiteten Verkaufsprozesses mit der aktuellen Strategie von EasyJet für Italien übereinstimmt".

Eine dritte Interessenbekundung stammt von der amerikanischen Gesellschaft Delta Airlines.

Die Lufthansa hingegen hat sich zurückgezogen: "Der italienische Markt ist für uns sehr wichtig, und bekanntlich haben wir bereits vor einigen Monaten unser Interesse an einer restrukturierten Alitalia bekundet. Wir bekräftigen jedoch, dass wir nicht in das Unternehmen investieren werden, wenn es sich im Besitz der italienischen Regierung oder eines staatlichen Unternehmens befindet. Wir können uns noch immer vorstellen, in Zukunft ein Handelsabkommen zu haben."

Jetzt beginnt die schwierigste Phase: die Einrichtung des Regierungsprojekts, d.h. einer NewCo mit einem Budget von mindestens 2 Mrd. Euro. Dann ist da noch die Frage der Rückzahlung des Überbrückungskredits von 900 Mio. Euro, der als eine Priorität für den Wirtschaftsminister Giovanni Tria angesehen wird. Der Minister für Infrastruktur und Verkehr Toninelli ist jedoch zuversichtlich, was die Rolle der Fs betrifft, während der Minister für Entwicklung Di Maio betont, dass mit dem Angebot der Fs eine "große Veränderung" für Alitalia beginnt.

WKZ, Quelle AgenPress, FAZ

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