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Dienstag, 06 November 2018 12:57

EU: Kommission genehmigt fünf große kohäsionspolitische Projekte für Neapel

Die Kommission hat fünf große kohäsionspolitische Projekte im Wert von insgesamt 868 Mio. EUR genehmigt, um die Verkehrs- und Wasserinfrastruktur zu verbessern und das kulturelle Erbe der italienischen Stadt Neapel zu bewahren.

Das Investitionspaket wird den Abschluss der im vorhergehenden Haushaltszeitraum 2007-2013 begonnenen Arbeiten ermöglichen, sodass diese fünf Projekte zwischen 2020 und 2022 zum Nutzen der Einwohner von Neapel abgeschlossen werden können.

Die für Regionalpolitik zuständige EU-Kommissarin Corina Crețu erklärte: „Neapel ist ein echtes europäisches Juwel, und ich freue mich, dass die EU-Mittel dazu beitragen können, seine Schönheit hervorzuheben, seine Wirtschaft anzukurbeln und die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Diese fünf Projekte sind Beispiele für die seit Langem bestehende Freundschaft zwischen der EU, Italien und der italienischen Bevölkerung.“

Mehr als 72 Mio. EUR für die Renovierung des historischen Stadtzentrums von Neapel

Von der EU finanzierte Arbeiten werden zur kulturellen und sozialen Wiedergeburt dieser UNESCO-Welterbestätte beitragen und den 85 000 im Stadtzentrum lebenden Menschen zugutekommen.

Gemäß einem umfassenden Stadtentwicklungskonzept werden die EU-Mittel eingesetzt, um öffentliche Räume, Bürgersteige, Straßen sowie Fußgänger- und Fahrradwege zu sanieren. Rund um die Kathedrale von Neapel werden WLAN-Zonen sowie Fahrradwege und moderne Videoüberwachungssysteme eingerichtet.

Das Projekt soll außerdem lokale Kleinunternehmen schützen und fördern, die auf traditionelle Handwerkstätigkeiten wie Instrumentenbau und Papierherstellung spezialisiert sind, und neuen Unternehmen ermöglichen, sich gemäß den UNESCO-Leitlinien anzusiedeln.

Fast 111 Mio. EUR für den Hafen von Neapel

Der Hafen von Neapel ist ein wichtiger Wirtschaftspol der Region Kampanien und für Italien insgesamt; mit kohäsionspolitischen Mitteln in Höhe von fast 111 Mio. EUR sollen die Ausweitung des Kanalisationsnetzes, die Modernisierung der bestehenden Schienen- und Straßenanbindungen, die Säuberung des Meeresbodens, der Ausbau des Damms und die Installation neuer Solarpaneele unterstützt werden.

Durch die Verbesserung der Anbindung des Hafens können dank der von der EU finanzierten Arbeiten mehr Güter per Bahn angeliefert und abtransportiert werden, wodurch die Luftverschmutzung in diesem Gebiet verringert wird. Die Arbeiten werden außerdem zum Umweltschutz an diesem wichtigen Umschlagplatz beitragen und die Energieeffizienz des Hafens verbessern.

Fast 67 Mio. EUR für den Kauf neuer Züge für Neapels U-Bahn-Linie 1

Mit diesen Mitteln können zehn neue Fahrzeuge für diese U-Bahn-Linie angeschafft werden. In den vorangegangenen Haushaltszeiträumen wurden bereits 430 Mio. EUR aus der Kohäsionspolitik in die Fertigstellung eines Abschnitts der Linie investiert, die strategisch wichtige Punkte der Stadt wie den Rathausplatz und den Zentralbahnhof nahe der Piazza Garibaldi ringförmig verbinden und bis zum Flughafen Capodichino reichen wird.

Fast 188 Mio. EUR für eine sauberere Umwelt und eine bessere Wasserinfrastruktur in der Region

EU-Mittel in Höhe von mehr als 134 Mio. EUR sollen dazu beitragen, fünf in der Metropole Neapel bestehende Abwasseraufbereitungsanlagen in den Kommunen Acerra, Marcianise, Nordneapel, Foce Regi Lagni und Cuma zu sanieren. Durch das Projekt wird die Qualität des Wassereinzugsgebiets des Kanalsystems von Regi Lagni, der Küstengewässer der Phlegräischen Felder sowie der Inseln Procida und Ischia verbessert. Dank dieses Projekts werden mehr als 2,3 Millionen Menschen in den Genuss einer besseren Wasserversorgung und einer saubereren Umwelt kommen.

Mit Hilfe von über 53 Mio. EUR werden Abwassernetze in sieben Städten in der Provinz Caserta 40 km nördlich von Neapel ausgebaut und modernisiert. Die Wasserqualität wird dank eines neuen Überwachungssystems fortlaufend beurteilt werden. Die von der EU finanzierten Arbeiten werden die Einleitung von Abwasser ins Meer an der Küste von Domizio beenden und zur Wiederherstellung ihrer Schönheit und ihres touristischen Potenzials beitragen.

Hintergrund

Italien ist mit Mittelbindungen in Höhe von 44,7 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020 der zweitgrößte Empfänger der europäischen Struktur- und Investitionsfonds und der kohäsionspolitischen Mittel. Es ist außerdem der zweitgrößte Nutznießer in absoluten Zahlen der Investitionsoffensive für Europa – dem Juncker-Plan –, durch die bereits mehr als 50 Mrd. EUR an zusätzlichen Investitionen mobilisiert wurden und mehr als 215 000 kleine und mittlere Unternehmen einen besseren Zugang zu Finanzmitteln erhalten haben.

Die Kommission ist Italien in schwierigen Zeiten stets beigestanden. 2017 erhielt das Land zusätzliche Mittel aus dem Kohäsionsfonds in Höhe von 1,6 Mrd. EUR, um die anhaltenden Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu bewältigen. Italien hat darüber hinaus nach den tragischen Erdbeben der Jahre 2016 und 2017 einen Betrag in bislang einmaliger Höhe, nämlich 1,2 Mrd. EUR, aus dem EU-Solidaritätsfonds erhalten.

Ferner war Italien der Hauptnutznießer der im Stabilitäts- und Wachstumspakt vorgesehenen Flexibilität, die das Land im Zeitraum 2015 bis 2018 in einer Größenordnung von 30 Mrd. EUR (bzw. 1,8 % des BIP) in Anspruch genommen hat. Die Flexibilität hat dazu beigetragen, Strukturreformen und Investitionen anzustoßen, und Italien geholfen, auf außergewöhnliche Ereignisse wie Gefahren für die Sicherheit des Landes und die Folgen des Flüchtlingszustroms und der Erdbeben zu reagieren.

Für den nächsten langfristigen EU-Haushalt schlägt die Kommission vor, Italien aus kohäsionspolitischen Mitteln 43,5 Mrd. EUR zuzuweisen – eine trotz der allgemeinen Kürzung des Kohäsionsbudgets um 8,5 Mrd. EUR zu jeweiligen Preisen höhere Mittelausstattung –, um die wirtschaftliche Erholung des Landes nachhaltig zu unterstützen.

Seit Beginn des Mandats der Juncker-Kommission vor vier Jahren wurden fast 12 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, 1 Million davon in Italien.

Pressemeldung Europäische Kommission

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