english

Freitag, 09 November 2018 12:32

Mazedonien/Griechenland: Brücke bei Gradsko / Internationaler Verkehr nach Griechenland

Die mazedonischen Presseberichte über die beschädigte und inzwischen wieder vorläufig reparierte Brücke bei Gradsko geben auch etwas Aufschluss über den Verkehrsumfang: Demnach verkehren täglich zwei Güterzüge von Griechenland nach Mitteleuropa mit chinesischen Gütern, was für die klamme mazedonische Bahn eine der wesentlichen Devisenquellen ist.

Zudem gibt es Züge mit Ölprodukten von Thessaloniki nach Mazedonien und Züge von Mazedonien zum Hafen Thessaloniki, Umfang unbekannt.

Bei Streckensperren werden die Züge nach Mitteleuropa über Bulgarien umgeleitet, diese Verbindung ist nicht deutlich länger, aber wenig leistungsfähig. Manche Verkehre (z.B. Rail Cargo) werden grundsätzlich über Bulgarien geführt.

Wann die Brücke endgültig repariert bzw. neu errichtet wird ist unklar, auch welche Sperren erforderlich sind. Vielleich wartet man bis die zweite Strecke nach Griechenland über Bitola wieder reaktiviert ist (angeblich im Frühjahr 2019). 

Jedenfalls brechen nächstes Jahr aber mit den umfangreichen Baumaßnahmen in Serbien keine guten Zeiten für den Ferngüterverkehr auf dem Balkan an, vom Reiseverkehr ganz zu schweigen. 2019 wird Richtung Presevo gebaut, Richtung Dimitrovgrad gebaut, Richtung Subotica gebaut. Die Strecke nach Presevo hat aufgrund der begrenzten Sperrdauer noch die besten Voraussetzungen, in Kombination mit Bitola einen verlässlichen Zugang für die nächsten Jahre nach Griechenland zu bieten, möglicherweise muss aber alles (sofern das überhaupt nennenswerte Mengen sind) aus Westeuropa weiträumig umgeleitet über Vidin laufen, wenn Bitola nicht rechtzeitig fertig wird oder man sich mit der Eröffnung ziert. Für Nordmazedonien dürfte es daher schon prioritär sein, eine der beiden Strecken ständig offen zu haben.

Prof. Dr. Johannes Schenkel, Hans-Jürgen Schulz

Zurück

Letzte Änderung am Freitag, 09 November 2018 14:52

Nachrichten-Filter