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Sonntag, 11 November 2018 15:06

Tschechien: Kein Platz für Dampflokomotiven im neuen Ejpovice-Tunnel

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Foto Koridory.cz.

Mitte November wird der erste Zug durch den längsten Eisenbahntunnel Tschechiens - den 4.150 m langen Ejpovice-Tunnel östlich von Pilsen - fahren. Der Tunnel darf aber nicht von historischen Dampflokomotiven befahren werden. Die Mitglieder des Iron Monument Club Plzeň (IMC) müssen eine weitere Lokomotive besorgen, um Sonderzüge durch den Tunnel zu ziehen.

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Alte Strecke (rot) und Neubau-Tunnel (grün) östlich von Pilsen. Grafik Koridory.cz.

Der erste Personenzug soll am 15. November durch die Südröhre fahren. Die beiden Röhren werden spätestens am 9. Dezember in Betrieb gehen, wenn der neue Fahrplan in Kraft tritt. Die Fahrzeit zwischen Pilsen und Rokycany wird sich dann um zehn Minuten verkürzen, da der Tunnel die Fahrt durch das Berounka-Tal vermeidet.

Nach der jüngsten Entscheidung der Eisenbahninfrastrukturverwaltung dürfen Dampflokomotiven nicht in den Tunnel einfahren, da sie die Brandschutzeinrichtungen stören könnten. Ferner sind nur Wagen mit geschlossenem WC-System zugelassen.

"Eine Dampflokomotive darf nur unter der Bedingung in den Tunnel einfahren, dass sie keine Traktionsleistung entwickelt", sagte Sprecherin Radka Pistorius gegenüber dem Nachrichtenportal Idnes.

Zbyněk Mikudík vom IMC gefällt das nicht: "Wir müssen eine Diesel- oder Elektrolokomotive mieten, die den Zug mit der Dampflok durch den Tunnel zieht. Das An- und Abkoppeln einer anderen Lokomotive zum historischen Set kann eine Stunde Verspätung bedeuten, und wir bezahlen die Miete einer Lokomotive und ihres Lokführers. Historischer Züge von Pilsen nach Prag, die wir oft fahren, werden Tausende von Kronen teurer."

Da nach dem Bau des Tunnels die bisherige Strecke zwischen Pilsen und Chrást aus dem Betrieb geht, kann sie als Alternativstrecke zum Tunnel für Dampflokomotiven nicht zur Verfügung stehen. Die theoretisch kürzeste Alternative für die Fahrt von Pilsen nach Rokycany außerhalb des Tunnels führt über Nezvěsti und dann auf der Lokalstrecke über Mirošov nach Rokycan. Dort gibt es aber große Höhenunterschiede und kleine Radien zu überwinden.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle Idnes, Koridory.cz

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Letzte Änderung am Sonntag, 11 November 2018 15:12

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