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Montag, 12 November 2018 10:00

Österreich: Landesbahn Gleisdorf - Weiz bis Weiz Nord verlängert

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Von der Fachwelt fast unbemerkt, ereignete sich im September 2018 in der oststeierischen Kleinstadt Weiz ( ca. 12.000 Einwohner) ein verkehrspolitische Revolution. Die 1889 eröffnete, normalspurige Landesbahn Gleisdorf - Weiz wurde auf einer Neubaustrecke im Straßenraum 900 m durch die Innenstadt bis Weiz Nord verlängert.

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Die periphere Lage des bisherigen Endbahnhofs wird egalisiert und der verkehrliche Nutzen der Landesbahn nachhaltig gesteigert. In der Startphase verkehren täglich 6 Zugpaare (Mo-Fr) zum neuen Endpunkt in Weiz Nord, und das mit ganz normalen Eisenbahnzügen, Lok bespannte Wendezüge wie auch Triebwagen.

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. In ähnlicher Lage, wie die der heutigen Neubaustrecke, gab es seit 1919 eine Anschlussbahn vom Landesbahnhof in Weiz zur Fa.Pichler & Co, der späteren ELIN, heute Andritz Hydro. Diese Anschlussbahn wurde bereits von 1933 -1941 und von 1949-1957 bis zur damaligen Haltestelle Weiz Stadt (heute Weiz Zentrum) für den Personenverkehr genutzt. Der zunehmende Straßenverkehr schien diese fahrgastfreundliche Regelung nicht mehr zuzulassen ehe nach einem Spatenstich 2015 die alte Anschlussbahn in Straßenmitte aufgelassen und in Seitenlage als öffentliche Eisenbahn neu errichtet wurde.

Die Bedienung der Andritz Hydro wurde soweit zulässig auch während der Bauphase aufrecht erhalten, der Personenverkehr startete am 10. September 2018. Ähnliche Situationen mit peripheren Bahnhöfen gab und gibt es weltweit zu Hauf. Oft gab sogar Erschließungen von Ortkernen durch Führung der Eisenbahn im Straßenraum - solche Lösungen wurden aber zu 99% dem Individualverkehr geopfert. Bleibt zu hoffen, dass das Weizer Beispiel Schule macht und Eisenbahnen den öffentlichen Lebensraum abseits von Lärmschutzwänden und Schutzzäunen wieder zurück erobern – ein lehrreiches Beispiel, welches zur Nachahmung dringend empfohlen sei!

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