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Mittwoch, 14 November 2018 10:30

Italien: Berufungsprozess zur Entgleisung von Viareggio hat begonnen

Der Prozess wegen des Eisenbahnunglücks in Viareggio (Lucca), das am 29. Juni 2009 32 Menschen bei der Entgleisung eines Kesselwagens mit anschließender Freisetzung von Flüssiggas und Explosion das Leben kostete, begann am 13.11.18 vor der dritten Strafkammer des Berufungsgerichts von Florenz. In erster Instanz hat das Gericht von Lucca am 31. Januar 2017 aus verschiedenen Gründen 23 Beklagte verurteilt und 10 von ihnen freigesprochen.

Mauro Moretti wurde zu 7 Jahren Gefängnis als ehemaliger Geschäftsführer des Infrastrukturverwalters RFI verurteilt, aber als Geschäftsführer von FS freigesprochen. Michele Mario Elia erhielt eine Strafe von 7 Jahren und 6 Monaten als sein Nachfolger. Die härtesten Strafen wurden gegen die Geschäftsführer von Gatx Rail verhängt, die die Kesselwagen an FS vermietet hatten: neuneinhalb Jahre für den Geschäftsführer und den Leiter Instandhaltungssysteme. Moretti und weitere Angeklagte erschienen nicht vor Gericht und verstießen damit gegen die Anwesenheitspflicht.

Das Kollegium hat einen engen Zeitplan angekündigt, der ab Februar 2019 vereinbart werden soll. Die Anklagepunkte sind Verursachung einer Eisenbahnkatastrophe, fahrlässiger Totschlag, fahrlässige Brandstiftung und mehrfache Beschädigung.

Vor dem Gerichtsgebäude forderten Angehörige der Verunglückten Gerechtigkeit und zeigten Banner und Schilder mit Abbildungen der 32 Menschen, die bei dieser Tragödie ihr Leben verloren. Die Angehörigen befürchten eine Verjährung einiger der Anklagepunkte wie der Brandstiftung. Mauro Moretti hatte inzwischen über seinen Verteidiger ankündigen lassen, er könnte im Rahmen des Verfahrens auf die Verjährung einiger Straftaten verzichten, "um dem Wunsch nach Gerechtigkeit für die Familien der Opfer zu entsprechen".

GK, WKZ, Quelle Ansa, Controradio, La Nazione

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Letzte Änderung am Mittwoch, 14 November 2018 10:41