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Dienstag, 20 November 2018 14:03

Frankreich: Keolis/RATP Dev gewinnt Betrieb für den CDG-Express

Das aus Keolis (SNCF-Gruppe) und RATP Dev bestehendes Konsortium "Hello Paris" wurde am 19.11.18 von der Regierung ausgewählt, um den zukünftigen CDG-Express zu betreiben, der Paris in 20 Minuten ab 2024 mit dem Flughafen Roissy CDG verbinden wird. Aber der von der Caisse des Dépôts kontrollierte Mitbewerber Transdev hat bereits eine Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde eingereicht.

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Grafik SNCF Réseau/Parimage/Groupe ADP.

Das aus Keolis und RATP Dev bestehende Konsortium wurde für den Aufbau der CDG Express-Verbindung ausgewählt. Die zukünftige Linie wird den Flughafen Roissy-Charles de Gaulle mit Paris verbinden. Der Vertrag beinhaltet eine fünfjährige Vorbereitungszeit (2019-2023), gefolgt von einer fünfjährigen Betriebszeit (2024-2038) und soll Ende Januar 2019 unterzeichnet werden.

Die Coradia-Liner-Züge, die auf der zukünftigen Strecke verkehren werden, werden von Alstom in Frankreich hergestellt und im Technikzentrum Paris-Est gewartet. Transdev hatte sich für einen Zug des Schweizer Bahnherstellers Stadler entschieden, die die Ausschreibungsbedingungen teilweise besser erfüllten und für die ein eigenes Wartungszentrum in der Entwicklungszone Pajol im Quatier de la Chapelle gebaut werden sollte.

Die Züge soll täglich viertelstündlich von 5 bis 24 Uhr verkehren. Es werden 9 Mio. Fahrgäste pro Jahr erwartet. Die 32 km lange Verbindung verbindet den Gare de l'Est im Zentrum von Paris mit dem Terminal 2 des Flughafens Roissy. Die Strecke beinhaltet eine 1 km lange unterirdische Verbindung in Paris und 7 km neue Gleise von Mitry-Mory (Seine-et-Marne) zum Flughafen. Dazwischen benutzt der CDG-Express bestehende Gleise parallel zu denen des RER B. Die Fahrt kostet 24 Euro.

Transdev wollte sich zu dem Ergebnis gegenüber französischen Medien nicht äußern. Der genaue Inhalt der Beschwerde von Transdev bei der Wettbewerbsbehörde ist nicht bekannt, obwohl Beobachter davon ausgehen, dass es um das wettbewerbsstörende Monopol geht, über das SNCF und RATP praktisch für den Betrieb der Eisenbahnnetze in der Ile-de-France verfügen. Es bleibt abzuwarten, ob die Verzögerung die rechtzeitige Inbetriebnahme zu den Olympischen Spielen 2024 gefährdet.

Die Wahl des Betreibers hat sich schon um einen Monat verzögert, da die Verkehrsministerin Elisabeth Borne, ehemalige Chefin der RATP und ehemalige Leiterin der SNCF, die Vergabe dieses Auftrags an den Minister für ökologischen Wandel, François de Rugy, weitergeleitet hatte, um "den möglichen Verdacht eines Interessenkonflikts zu vermeiden".

WKZ, Quelle BMVT, Le Figaro

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Letzte Änderung am Dienstag, 20 November 2018 14:24

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