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Freitag, 23 November 2018 07:10

Frankreich: Bericht zur Ökologisierung des Schienenfahrzeugparks vorgestellt

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Foto Alstom.

Die für Verkehr zuständige Ministerin Elisabeth Borne hat am Donnerstag (22.10.18) von Benoit Simian, Abgeordner des Départemtns des Parlaments der Gironde, den parlamentarischen Bericht über die Ökologisierung der Eisenbahnflotte erhalten, der Vorschläge zum Einsatz von Wasserstofftechnik als Ersatz für Dieselfahrzeuge macht.

Der Schienenverkehr ist ein umweltfreundlicher Verkehrsträger. Er macht weniger als 1% der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor aus. Mehr als 80% des Verkehrs wird durch Elektrotraktion abgewickelt und entspricht voll und ganz den Zielen der Bekämpfung des Klimawandels und der Förderung der Luftqualität. Die restlichen 20% sind jedoch Dieselzüge.

Der Anteil elektrischer Züge sieht derzeit folgendermaßen aus:

• TGV 100 %
• Corail 94 %
• Intercités 69 %
• TER 56 %
• Transilien 98 %
• Güterzüge 81 %

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Der Bericht "Le verdissement des matériels roulants du transport ferroviaire en France" (Die Ökologisierung des Schienenfahrzeugparks in Frankreich) wurde zusammen mit den drei Ko-Berichterstattern des Generalrates für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (CGEDD), des Generalrates für Wirtschaft (CGE) und des Französischen Instituts für Wissenschaft und Technologie für Verkehr, Planung und Netze (IFSTTAR) Ende Oktober erstellt. Bis Ende September wurden mehr als 50 Personen und 30 Organisationen in einer Konsultation zum Thema gehört.

Da die Elektrifizierung von Strecken "sehr teuer" ist, geht es konkret darum, die dieselbetriebenen Regionalzüge durch andere Traktionsarten zu ersetzen. Zwei Familien von Technologien haben heute einen ausreichenden Reifegrad für einen Diesel-Ersatz: elektrochemische Batterietechnologien und Brennstoffzellen-(Wasserstoff-)Technologien. Die Bahnindustrie hat sich vielerorts für den Einsatz elektrochemischer Batterien entschieden. Die Reife der elektrochemischen Energiespeichertechnologie, getrieben durch den Automobilmarkt und die stationäre Energiespeicherung, ermöglicht deren Entwicklung und Einsatz durch Hersteller und Betreiber ohne staatliche Unterstützung.

Aber mehrere Unternehmen, darunter Alstom, setzen auf die Vorteile von Wasserstoff (Ladezeit usw.) als in bestimmten territorialen Konfigurationen interessante Lösung. Der Bericht empfiehlt daher, dass ein erster Betrieb von Wasserstoffzügen um 2022 parallel zum Betrieb von Zügen mit Batterien oder Hybridzügen (Diesel/Batterien) sinnvoll ist. Um die Vorzüge zukünftiger Wasserstoff-Bahnprojekte zu beurteilen, wurden drei Kriterien festgelegt:

• Verhinderung lokaler Umweltverschmutzungen, insbesondere in Metropolen und Randgebieten
• Möglichkeit der Zusammenlegung von Tankstellen mit anderen Verkehrsmitteln (Busse, Privatwagen, Lastkraftwagen usw.)
• aus Gründen der wirtschaftlichen und ökologischen Kosten Unterstützung der Methoden zur Erzeugung von Wasserstoff.

Technologisch ist die Methode ausgereift, wie der Einsatz von zwei Alstom iCoradia-Zügen in Deutschland seit dem 17. September 2018 zeigt. Auch auf wirtschaftlicher Ebene wurden erhebliche Fortschritte erzielt, zum Beispiel bei den Kosten für alkalische Elektrolyseure im Jahr 2017.

Um die allgemeine Option des Wasserstoffs in der französischen Wirtschaft schnell in Erfolg umzuwandeln, sind - im Gegensatz zu Brennstoffzellen-Lösungen - Anstrengungen der öffentlichen Hand erforderlich. Die Förderung für den ersten Einsatz einer bedeutenden Flotte von Wasserstoffzügen könnte es - insbesondere in den vorgelagerten Teilen dieses Sektors (Bau von Eisenbahnausrüstungen, Elektrolyseuren, Brennstoffzellen und Speichervorrichtungen) - ermöglichen, die Kompetenz- und Industriezentren in Frankreich und Europa aufzubauen. Der globale Charakter des Eisenbahnmarktes und insbesondere die großen lokalen Umweltprobleme stellen die Entwicklung dieser Technologie auf lange Sicht in den Rahmen der potenziellen Wettbewerbsvorteile der französischen Wirtschaft.

Daher wird vorgeschlagen, sich jetzt auf Wasserstoff zu konzentrieren. Die Generaldirektorin des Établissement public de sécurité ferroviaire (ÉPSF) erklärte in ihrer Anhörung, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt kein wesentliches Hindernis für die Zulassung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen in Frankreich vor 2022 sehe. Wenn das Verfahren rechtzeitig eingeleitet würde, könnten die Schwierigkeiten nacheinander gelöst werden. Sie stellte jedoch fest, dass es derzeit keine Rechts- und Verwaltungsgrundlage für den Transport von Wasserstoff für den Zugantrieb gibt.

Unter den von den Regionen vorgeschlagenen Routen nennt der Bericht folgende Strecken:

• Lyon - Clermont,
• Clermont - Le Puy,
• Rennes - Châteaubriant,
• Tours - Loches,
• Tours - Chinon,
• Paris - Troyes - Belfort - Mulhouse,
• Fécamp - Le Havre,
• Bordeaux - Bergerac - Sarlat,
• Bordeaux - Périgueux - Limoges oder
• Marseille - Aix.

WKZ, Quelle Benoit Simian, Verkehrsministerium

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Letzte Änderung am Freitag, 23 November 2018 07:17

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