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Freitag, 07 Dezember 2018 09:30

Luxemburg: Neue Regierung, Bahnausbau, kostenlose öffentliche Verkehrsmittel

bausch

Vereidigung von Verkehrsminister François Bausch. Foto Regierung.

Der Großherzog von Luxemburg hat am 5. Dezember 2018 den Premierminister, die stellvertretenden Premierminister und die ernannten Minister der neuen Regierung aus Liberalen, Grünen und Sozialisten vereidigt.  François Bausch, der zuvor Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur sowie Verkehr war, ist jetzt Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, aber auch Minister für Verteidigung und innere Sicherheit. Er wird eng mit Carole Dieschbourg (Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung) und Claude Turmes (Minister für Raumordnung und Energie) bei Mobilitätsfragen im Großherzogtum Luxemburg zusammenarbeiten. 

Der neue Koalitionsvertrag vom 03.12.18 sieht ausführliche Planungen zur Eisenbahn und Tram vor und will die öffentlichen Verkehrsmittel in der Hauptstadt ab 2020 unentgeltlich zur Verfügung stellen. Gemäß der Strategie Modu 2.0 wird ein nationaler Mobilitätsplan entwickelt und bis 2035 an die prognostizierte Nachfrage angepasst. Die Entwicklung dieses Plans wird die Möglichkeit bieten, die Maßnahmen und Infrastrukturen zu ermitteln, die am ehesten geeignet sind, die Mobilität in allen Regionen des Landes unter Berücksichtigung der grenzüberschreitenden Mobilität nachhaltig zu verbessern. Die laufende Planung wird bei Bedarf und soweit wie möglich so angepasst, dass alle Infrastrukturen zum Gesamtkonzept beitragen. Geplante Projekte werden hinsichtlich ihrer langfristigen Kosten und Nutzen sowie ihrer Übereinstimmung mit dem Gesamtkonzept bewertet.

Eisenbahnen

Im Hinblick auf die Strategie Modu 2.0 werden die Investitionen für alle Verkehrsträger und insbesondere für die Schiene auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Ebenso werden Mittel gesucht, um den Abschluss der betreffenden Arbeiten zu beschleunigen.

Insbesondere die folgenden Schlüsselprojekte müssen beschleunigt werden:

• neue zweigleisige Eisenbahnlinie zwischen Luxembourg und Bettembourg sowie Umbau von Festinstallationen am Bahnhof Bettembourg und am südlichen Eingang zum Gare de Luxembourg;
• Bahnhof Luxembourg: Erweiterung um einen 5. und 6. Bahnsteig;
• multimodaler Austauschpunkt in Ettelbruck.

Neben den oben genannten Schlüsselprojekten wird der Ausbau des Schienennetzes mittelfristig mit der Société nationale des chemins de fer luxembourgeois (CFL) insbesondere im Süden des Landes und zugunsten der Entlastung des Hauptbahnhofs durchgeführt.

Straßenbahn

Die Linie 1 zum Flughafen Findel und zur Cloche d'Or soll bis 2021/2022 im Großraum der Hauptstadt fertig gestellt sein. Die von Modu 2.0 geplanten Erweiterungen für Hollerich, das Centre hospitalier de Luxembourg (CHL), Findel und Kuebebierg werden geplant und schrittweise umgesetzt.

Das Straßenbahnprojekt zwischen Luxembourg und Esch-sur-Alzette wird in alle von der Strecke betroffenen Straßenbauprojekte integriert.

Die geeignetsten Transportlösungen für die Verkehrsmittel nach Munsbach und Echternach (über Junglinster), nach Tossebierg oder zwischen Dudelange und Bettembourg werden bei der Erstellung des oben genannten nationalen Mobilitätsplans analysiert.

RGTR

Das landesweite Bus-Liniennetz RGTR (Régime Général des Transports Routiers) befindet sich in ständiger Entwicklung. Nach dem Fortschritt des Straßenbahnnetzes und der verschiedenen Austauschzentren im Gebiet der Stadt Luxembourg und der angrenzenden Gemeinden wird das Netz in den Jahren 2019 bis 2021 schrittweise angepasst. In diesem Zusammenhang wird die Möglichkeit der Bereitstellung von On-Demand-Transporten in ländlichen Gebieten des Landes analysiert. Am Ende der RGTR-Konzessionsverträge Ende 2021 muss eine europäische öffentliche Ausschreibung für die Vergabe von Leitungen durchgeführt werden.

Grenzüberschreitende Mobilität

Die am 20. März 2018 mit Frankreich unterzeichnete Absichtserklärung sieht Mobilitätsmaßnahmen vor, darunter die Erhöhung der Bahnkapazität auf zehn Züge pro Stunde in Spitzenzeiten in den nächsten zehn Jahren. Was die Verbindungen zu Belgien anbelangt, so sollte eine gezieltere Zusammenarbeit es ermöglichen, die Eisenbahnverbindung zwischen Luxemburg und Brüssel zu verbessern.

Was die Verbindungen mit Deutschland betrifft, so wird die "Bahnverbindung" zwischen Luxemburg und Saarbrücken beibehalten. Mit der Öffnung der Weststrecke in Trier für den Personenverkehr wird eine bessere Anbindung der deutschen Grenzbewohner erreicht.

Mlife-Projekte

Das nationale Telematikprojekt im öffentlichen Verkehr, Mlife, wird fortgesetzt, darunter die multifunktionale Karte für alle Mobilitätsdienste und die neue Website mobiliteit.lu mit einem multimodalen Routenplaner, der neue Mobilitätsdienste (Mieträder, P&R, Elektromobilität) integriert.

Es wird untersucht, ob eine öffentliche Einrichtung noch geeignet ist, bestimmte Aufgaben im Rahmen des öffentlichen Verkehrs zu organisieren, oder ob ein stärker zentralisierter Ansatz innerhalb der Verkehrsabteilung vorzuziehen ist, um die Effizienz und Kohärenz bei der Organisation des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen.

Kostenlose öffentliche Verkehrsmittel

Im ersten Quartal 2020 wird im Großherzogtum Luxemburg der kostenlose öffentliche Verkehr eingeführt, parallel zu einer Reform der Pauschalerstattung der steuerlich absetzbaren Reisekosten. In diesem Zusammenhang werden keine Einnahmenverluste mehr zwischen den Betreibern des öffentlichen Verkehrs anfallen. Bei der Reform der Reisekostenerstattung werden unter anderem die spezifischen Bedürfnisse von Personen, die außerhalb fester Dienstzeiten arbeiten, berücksichtigt.

WKZ, Franz A Roski, Quelle Regierung

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Letzte Änderung am Freitag, 07 Dezember 2018 09:37

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