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Mittwoch, 12 Dezember 2018 07:10

Finnland: Handelskammern drängen auf Schnellbahnverbindung zwischen Turku und Helsinki

Eine vorgeschlagene Schnellbahnverbindung zwischen den Städten Turku und Helsinki ist laut der finnischen Handelskammergruppe eine der wichtigsten Verkehrslösungen in Südfinnland. Die Unternehmensgruppen fordern, dass die Fertigstellung des so genannten One-Hour-Trains in das Programm der nächsten Regierung aufgenommen wird, die im Frühjahr ihr Amt antreten soll.

Laut Juho Romakkaniemi, Geschäftsführer der Zentralhandelskammer, hat Finnland nach einem schwachen Jahrzehnt des Wirtschaftswachstums alle Voraussetzungen für eine neue Lebengrundlage, wenn die Exporte steigen, die Beschäftigung steigt und die Staatsverschuldung sinkt.

Die Kammern argumentieren in ihrem Bericht "Lösungen für Finnland" (ratkaisuja suomelle), dass die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen zwei der größten finnischen Stadtgebiete - die etwa 160 Kilometer voneinander entfernt liegen - ein wichtiger Schritt zur Verringerung der Treibhausgasemissionen des Landes wäre. Die Eisenbahnverbindung zwischen den beiden Städten ist derzeit eher indirekt, was die Straßen- oder Flugverbindungen für viele Reisende attraktiver macht.

Der Plan sieht den Bau einer neuen direkten Eisenbahnverbindung zwischen Espoo und Salo über Lohja vor, die eine der ersten völlig neuen Eisenbahnlinien in Finnland seit einem Jahrhundert sein wird. Der geplante Ein-Stunden-Zug würde die Fahrzeit zwischen den Bahnhöfen Turku Kupittaa und Helsinki Pasila auf eine Stunde verkürzen. Diese Fahrt dauert derzeit etwas mehr als anderthalb Stunden im Pendolino oder fast zwei Stunden in anderen Zügen. Die Fahrzeit zwischen den Hauptbahnhöfen der beiden Städte beträgt zwischen 1h 45 min und etwas mehr als zwei Stunden.

Die Handelskammer stellt fest, dass das Projekt als Teil der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V) der EU umfangreiche EU-Finanzierung in Anspruch nehmen kann. Für die Planungskosten hat das Land bereits 40 Mio. Euro vorgesehen.

"Der Ein-Stunden-Zug ist eine der schnellsten Maßnahmen, die die Regierung klimabezogen durchführen kann", sagt Kaisa Leiwo, Vorsitzende der Handelskammer Turku. Der Zug wäre zudem ein wesentliches Bindeglied für das finnische "Wachstumsdreieck" Helsinki, Turku und Tampere. Wenn sich das neue Kabinett verpflichtet, die Eisenbahn im nächsten Frühjahr zu bauen, könnte sie Ende der 2020er Jahre in Betrieb gehen. Die neue Koalitionsregierung soll nach den Wahlen im April ihre Agenda festlegen.

Turku, die ehemalige Hauptstadt Finnlands im Südwesten, hat rund 188.000 Einwohner. Sie ist ein wichtiger Hafen für den Fracht- und Passagierverkehr nach Schweden, Deutschland und anderen baltischen Randländern. Zudem gibt es die "Vision" einer Eisenbahn-Tunnelverbindung Stockholm - Aland - Turku. Ein weiterer geplanter Tunnel durch den Finnischen Meerbusen würde den Anschluss an die Rail Baltica bringen

WKZ, Quelle Yle, Handelskammer-Gruppe

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Letzte Änderung am Mittwoch, 12 Dezember 2018 09:46

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