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Mittwoch, 12 Dezember 2018 07:05

Großbritannien: Crossrail wird 17,6 Mrd. GBP kosten

Die britische Regierung, der Bürgermeister von London und Transport for London (TfL) haben am 10.12.18 ein Finanzierungspaket bestätigt, um die Endphasen des Crossrail-Projekts zu realisieren und die Elizabeth-Line für Passagiere zu öffnen. Crossrail wird 17,6 Mrd. GBP (19,5 Mrd. Euro) kosten.

Crossrail Ltd, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von TfL, gab im August 2018 bekannt, dass sich die Eröffnung der Elizabeth-Linie durch das Zentrum Londons verzögern würde. Es wird derzeit daran gearbeitet, die verbleibenden Arbeiten zur Fertigstellung der Infrastruktur zu ermitteln und anschließend mit den umfangreichen Tests zu beginnen, die erforderlich sind, um eine sichere und zuverlässige Öffnung der Bahn zu gewährleisten. Crossrail ist ein national bedeutsames Infrastrukturprojekt, das der britischen Wirtschaft 42 Mrd. GBP einbringen und den Verkehr in, nach und durch London verändern wird.

Wie der parlamentarische Unterstaatssekretät Andrew Jones mitteilte, setzt sich die Regierung weiterhin für einen raschen Abschluss des Projekts ein, in einer Weise, die den britischen Steuerzahlern gegenüber fair ist, und die es London als Hauptbegünstigtem von Crossrail ermöglicht, die zusätzlichen Kosten zu tragen. Unabhängige Überprüfungen der Bewertung des laufenden Finanzierungsbedarfs und der Governance-Vereinbarungen durch Crossrail Ltd. werden von KPMG durchgeführt, um sicherzustellen, dass die richtige Prüfung und Aufsicht in der Endphase des Projekts vorhanden ist.

Die aufkommenden Ergebnisse der KPMG-Überprüfungen der Finanzen von Crossrail Ltd. deuten darauf hin, dass die wahrscheinliche Bandbreite der zusätzlichen Kapitalkosten aufgrund der verzögerten Eröffnung des zentralen Abschnitts zwischen 1,6 und 2 Mrd. GBP (1,8 bis 2,2 Mrd. Euro) liegen könnte. Dazu gehören auch die 300 Mio. GBP, die das Ministerium für Verkehr und TfL bereits im Juli 2018 beigesteuert haben, so dass zwischen 1,3 und 1,7 Mrd. GBP zur Deckung der prognostizierten Mehrkosten des Projekts verbleiben.

Die Regierung, der Bürgermeister von London und TfL haben sich auf ein Finanzpaket geeinigt, das dies abdeckt. Das Verkehrsministerium wird der Greater London Authority (GLA) ein Darlehen von bis zu 1,3 Mrd. GBP gewähren. Die GLA beabsichtigt, dieses Darlehen über das Londoner Business Rate Supplement (BRS) und aus der Mayoral Community Infrastructure Levy (MCIL) zurückzuzahlen. Die GLA wird auch eine Bareinlage in Höhe von 100 Mio. GBP leisten, womit sich ihr Gesamtbeitrag für dieses Paket auf 1,4 Mrd. GBP erhöht.

Da die endgültigen Kosten für das Crossrail-Projekt noch nicht bestätigt sind, wurde auch eine Notfallregelung zwischen TfL und dem Verkehrsministerium vereinbart. Das Verkehrsministerium wird TfL ein Darlehen von bis zu 750 Mio. GBP gewähren, falls weitere Mittel für das Projekt benötigt werden.

Diese kombinierte Finanzierungsvereinbarung wird den Bedarf an dem vom Verkehrsministerium im Oktober 2018 angekündigten Zwischenfinanzierungspaket in Höhe von 350 Mio. GBP ersetzen.

Die Gesamtsumme der oben genannten Finanzierungsvereinbarungen bedeutet, dass sich die Gesamtfinanzierungskapazität für das Projekt auf 17,6 Mrd. GBP (19,5 Mrd. Euro) beläuft.

Crossrail Ltd. hat Mark Wild am 19. November 2018 zum CEO ernannt. Dieser führt derzeit eine umfassende Überprüfung des verbleibenden Programms durch und wird im neuen Jahr für Klarheit über den Zeitpunkt der Eröffnung künftiger Phasen sorgen. Crossrail Ltd. arbeitet daran, einen robusten und lieferbaren Fahrplan für die Eröffnung einer sicheren und zuverlässigen Eisenbahn zu erstellen. Dies wird auch zu mehr Klarheit über die Höhe des zusätzlichen Finanzierungsbedarfs führen.

Darüber hinaus haben sowohl das Verkehrsministerium als auch TfL dem Board der Crossrail Ltd. empfohlen, Tony Meggs zum Chair zu ernennen. Tony Meggs war zuvor Chief Executive der Infrastructure and Projects Authority und Leiter der Project Delivery Function der Regierung, nachdem er 30 Jahre lang in der Privatwirtschaft Großprojekte auf globaler, regionaler und lokaler Ebene geleitet hatte.

Um den Vorstand von Crossrail Ltd. weiter zu stärken, hat das Verkehrsministerium die Ernennung von Nick Raynsford zum Deputy Chair durch TfL akzeptiert. Nick Raynsford ist ehemaliger Abgeordneter und war zwischen 1997 und 2003 zweimal als Minister für London tätig

WKZ, Quelle DfT

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