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Montag, 17 Dezember 2018 07:10

Spanien: Air Nostrum will sich mit Acciona und ausländischem Partner für den AVE-Wettbewerb rüsten

Die valencianische Fluggesellschaft Air Nostrum hat mit dem spanischen Bau- und Infrastrukturkonzern Acciona-Gruppe eine Vereinbarung zur Einführung eines Hochgeschwindigkeitszugverkehrs im Wettbewerb mit Renfe getroffen, wie Quellen des Unternehmens unter dem Vorsitz von Carlos Bertomeu am 14.12.18 den Zeitungen Expansíon und Levante bestätigt haben. Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Vorphase, aber die Baufirma wird mit 50 % des Kapitals des neuen Betreibers der Mehrheitspartner werden. Air Nostrum wird etwa 23% halten. Den Rest soll ein internationaler Verbündeter übernehmen, der noch gesucht wird.

Air Nostrum hat vor eingen Wochen über ihre Tochtergesellschaft ILSA die behördlichen Genehmigungen für den Betrieb der Strecke zwischen Madrid und der französischen Stadt Montepllier erhalten, zu der auch der Abschnitt zwischen der spanischen Hauptstadt und Barcelona gehört, der im Hinblick auf die Liberalisierung des Verkehrs von vornherein die wirtschaftlich profitabelste Strecke ist. Das valencianische Unternehmen gründete ILSA, um das Monopol von Renfe im Bereich der kommerziellen Dienstleistungen ab 2020 zu brechen, ein Unternehmen, das sich derzeit jährlich um rund 1,5 Mrd. Euro bewegt und dank der Eröffnung neuer Hochgeschwindigkeitskorridore in den kommenden Jahren eine starke Wachstumsprognose haben wird. Im Jahr 2017 reisten fast 22 Mio. Menschen auf AVE-Strecken.

Für den internationalen Partner sind Acciona und Air Nostrum auf der Suche nach einem Partner mit industriellen Erfahrung im Bahnbereich. Das Unternehmen hatte Gespräche mit der französischen SNCF, der Deutschen Bahn und der italienischen Privatgruppe NTV (Italo) aufgenommen. Die französische Gruppe gehört zu den Hauptkandidaten, nachdem ihre Gespräche mit Renfe über eine gemeinsame Teilnahme an ihrem kostengünstigen EVA-Projekt keine Früchte getragen haben.

Acciona verfügt sowohl über Erfahrung im Personenverkehr (über das Fährunternehmen Trasmediterránea, dass letztes Jahr an die kanarische Reederei Armas verkauft wurde) als auch im Abbau öffentlicher Monopole (Gründung von Airtel, das Jahre später an Vodafone verkauft wurde). Air Nostrum seinerseits hat auch bei der Liberalisierung des Luftverkehrs eine führende Rolle gespielt und sich als Franchise-Nehmer auf den Regionalverkehr spezialisiert, der jährlich mehr als 4,5 Millionen Passagiere zählt. Nun ist es das Ziel von ILSA, das Renfe-Monopol im Schienenpersonenfernverkehr zu brechen.

Das Unternehmen hat einen ehrgeizigen Businessplan, um die Inbetriebnahme so schnell wie möglich zu ermöglichen. Das Unternehmen arbeitet mit dem Ziel, Ende 2020, wenn die Bahnliberalisierung in der gesamten Europäischen Union in Kraft tritt, den Kauf oder die Mietung von rollendem Material vollbracht zu haben. Nachdem die Möglichkeit, Züge von der von Renfe gegründeten Firma Alquiler de Material Rodante (Rosco) zu mieten, blockiert wurde, arbeitet die Gruppe mit den wichtigsten europäischen Herstellern zusammen. Es wird davon ausgegangen, dass ILSA in der Lage sein wird, in naher Zukunft einen Auftrag über 17 Züge für mehr als 500 Millionen Euro bekannt zu geben, um die Marktöffnungsfristen einzuhalten.

WKZ, Quelle Levante

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Letzte Änderung am Montag, 17 Dezember 2018 07:21

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