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Donnerstag, 03 Januar 2019 07:05

Großbritannien: Verkehrsminister gibt Gewerkschaften die Schuld an hohen Preiserhöhungen

Der britische Verkehrsminister Chris Grayling beschuldigt streikende Eisenbahner für die Tariferhöhungen, die zum Januar in Kraft getreten sind und bei einer großen Zahl von Pendlern jährliche Preiserhöhungen von bis zu über 200 GBP (220 Euro) verursachen. Chris Grayling sagte, dass die Fahrpreiserhöhungen wegen der Lohnforderungen der Gewerkschaften und der Drohungen, das System zum Stillstand zu bringen, "höher waren, als sie sein sollten".

Ab Januar 2019 gilt in Großbritannien eine durchschnittliche Erhöhung der Fahrpreise um 3,1 Prozent. Der Anstieg liegt über dem für dieses Jahr prognostizierten durchschnittlichen Anstieg der Löhne um 2,5 Prozent, was die Behauptung aufkommen ließ, dass sich die Fahrgäste die Eisenbahn nicht mehr leisten können.

Eine Analyse von Labour legte nahe, dass die regulierten Zugtarife seit Anfang des Jahrzehnts fast dreimal schneller gestiegen sind als die Löhne. Hinzu kam bei den Pendlern noch die Wut nach dem Chaos durch die Umstellung des Fahrplansystems im Sommer.

Herr Grayling sagte jedoch, dass die "gierigen Eisenbahngewerkschaften" weitgehend für den Anstieg der Preise verantwortlich seien, indem sie sich weigerten, ihre Lohnforderungen zu senken.

Die Times zitiert Grayling aus der Sendung BBC Radio 4 Today: "Die Realität ist, dass die Tariferhöhungen höher sind, als sie sein sollten, weil die Gewerkschaften - mit der Androhung von nationalen Bahnstreiks - höhere Gehaltserhöhungen fordern als jeder andere. Die typischen Lohnerhöhungen für Eisenbahngewerkschaftler liegen bei weit über 3 Prozent, und das ist es, was die steigenden Kosten am meisten antreibt."

Die - von der Regierung festgelegten - regulierten Preiserhöhungen sind an den Einzelhandelspreisindex (Retail Price Index, RPI) vom Juli gekoppelt. Herr Grayling wollte hingegen die Tarife auf der Grundlage der Inflationsrate des niedrigeren Verbraucherpreisindex (CPI) festlegen, fühlte sich darin aber gehindert, weil die Lohnerhöhungen der Arbeitnehmer nach dem RPI festgelegt wurden.

Andy McDonald, der Schattenverkehrsminister, sagte: "Ist es nicht seltsam, dass Chris Graylings erste Anlaufstelle immer die Arbeiter sind?"

Immerhin: Das Verkehrsministerium kündigte an, dass es die Tarife durch die Einführung einer neuen Teenager-Eisenbahnkarte zum halben Preis senken will. Damit wird der Kindertarif ab September auf 16- und 17-Jährige ausgedehnt und die Preise für 1,2 Millionen Jugendliche um 50 Prozent gesenkt. Auch eine neue Railcard für 26- bis 30-Jährige kommt ebenfalls sofort in den Handel.

WKZ, GK, Quelle The Times

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