Die Polizei auf der Insel Fyn (Fyns Politi) hat 40 Autofahrer für die Verwendung eines Mobiltelefons angezeigt, die damit die Unfallstelle an der Storebæltsbroen fotografieren wollten. Die ebenfalls über die Brücke laufende Straßenverbindung war wieder geöffnet worden, musste wegen der Fotografen an der Unfallstelle aber gegen 16 Uhr kurzzeitig gesperrt werden. Die Polizei fordert Respekt vor den Betroffenen und findet es unmoralisch und der Straßenverkehrsordnung widersprechend, den Unglückszug zu fotografieren.
DB Cargo hat inzwischen angekündigt, eng mit den Behörden zusammenarbeiten, um den tödlichen Unfall aufzudecken. "Es ist noch zu früh, um zu sagen, wer für den Zugunfall verantwortlich ist, der heute Morgen sechs Menschen das Leben gekostet hat. Es ist jedoch wichtig, dass der Unfall jetzt völlig aufgeklärt wird, so dass etwas Ähnliches nie wieder vorkommen kann." Dies verkündete Jan Wildau, Kommunikationsdirektor von DB Cargo. Es sei verlockend, über die Unfallursache zu spekulieren, aber es sei viel zu ernst und wäre sowohl leichtfertig als auch umoralisch, fuhr Jan Wildau gegenüber dänischen Medien fort.
Eine weitere zu beantwortende Frage ist, ob das starke, windige Wetter am Großen Belt Auswirkungen hatte. Wenn die Windgeschwindigkeit 21 m/sec übersteigt, müssen die Züge die Geschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer reduzieren. Wenn sie 25 m/sec überschreitet, dürfen sie die Brücke nicht passieren.
Die Polizei von Fünen war am Nachmittag bemüht, Alter, Nationalität oder Geschlecht der Todesopfer heraus zu finden. Die Polizei bat alle Reisenden, sich registrieren zu lassen, um die Angehörigen der Opfer informieren zu können. Die Videoüberwachung von der Brücke wurde ebenfalls sichergestellt und die Lokführer befragt.
"Das schreckliche Zugunglück am Morgen auf der Storebæltsbroen berührt mich tief", schrieb Königin Margrethe in ihrem Kondolenzschreiben. "Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl gehen sowohl an die Überlebenden und ihre Familien als auch an die Verletzten."
Laut der Nachrichtenagentur Ritzau ist dies das schwerste Zugunglück der dänischen Eisenbahn seit 1988. Bei einem Zugunglück in Sorø wurden am 25. April 1988 acht Menschen getötet und 72 verletzt, als ein Zug mit hoher Geschwindigkeit entgleiste.
WKZ, diverse Quellen