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Freitag, 04 Januar 2019 07:05

Spanien: Peinlicher Jahresbegin für Renfe in der Extremadura

Eine Panne am ersten Tag des Jahres in einem Renfe-Zug der Extremadura hat zu bedauerlichen Bildern geführt, die die Manager der Renfe in Verlegenheit brachten und lokale Politiker zu Wutausbrüchen veranlassten. Der Fall betraf 163 Fahrgäste, die am Dienstag von Badajoz nach Madrid reisten: Sie verbrachten nach einem Maschinenbschaden einen Teil des Morgens verlassen auf dem Land im Dunkeln und ohne Klimaanlage, ohne dass der Betreiber eine effektive Lösung fand.

Die Wiederholung ähnlicher Pannen in dem Eisenbahnabschnitt von sehr schlechter Qualität, mit sehr alten Gleisen und technischen Mängeln, hat die Geduld der Bürger und Politiker schon länger auf die Probe gestellt. Im vergangenen Jahr demonstrierten sie mehrmals in Madrid, um einen anständigen Zug zu fordern. Auch die Regierung der Extremadura hatte Renfe schon vor dem letzten Vorfall gedroht, dass - "wenn sie nicht in der Lage ist, wenn sie unfähig ist und wenn sie keinen sicheren Schienenverkehr für die Bürger gewährleisten kann" - die Regierung nach einer "Alternative suchen muss, um die Menschen in der Extremadura zu bewegen".

Entwicklungsminister José Luis Ábalos versuchte die Fahrgäste auf Twitter zu beruhigen: "Ich verstehe die Empörung der Nutzer des Zuges der Extremadura. Trotz eingeleiteter Maßnahmen, die die Ausfälle reduziert haben, gibt es noch nicht behobene Unzumutbarkeiten. Wir werden auf den Verbesserungen und engagierten Investitionen bestehen und die Aktionsprotokolle in diesen Situationen überprüfen."

Renfe seinerseits verteidigt sich und erklärt, eine Reihe von Maßnahmen zur "Lösung der in Extremadura aufgetretenen Vorfälle" ergriffen zu haben, darunter die Ersetzung der 11 alten Züge der Serie 598 durch andere "modernere" Züge der Serie 599. Außerdem sollen bis dahin "alle Züge zwischen Madrid und der Extremadura von einem Mechaniker begleitet werden".

Der Podemos-Politiker Daniel Hierro bezeichnete die Lösung der Renfe, einen Mechaniker in jeden Zug zu setzen, als "ziemlich peinlich", denn dies bedeute, "zuzugeben, dass die Züge weiterhin ausfallen werden". "Wenn die Züge neu und in gutem Zustand wären, müssten sie nicht bei jeder Fahrt einen Mechaniker mitnehmen", sagte Hierro.

Die Bahngewerkschaft CGT schlägt eine andere Lösung vor: "Die Lösung besteht darin, die Strecke zu elektrifizieren, da Züge, die mit Strom betrieben werden, zuverlässiger sind als solche, die mit Diesel betrieben werden. Erweitern Sie den Fuhrpark und verbessern Sie die Wartung", sagt die Gewerkschaft.

Renfes Ankündigung und die Worte des Entwicklungsministers auf Twitter haben in den sozialen Netzwerken die Kritik der Fahrgäste entfacht, insbesondere derjenigen aus der Extremadura, die seit Jahren einen anständigen Zug fordern. Die Lösung eines Mechanikers in den Zügen sei nicht überzeugend, denn in vielen Fällen deutet sie darauf hin, dass die Ausfälle weiterhin auftreten werden.

WKZ, diverse spanische Quellen

Baureihe 598

Die erste Indienststellung der Triebwagen der Baureihe 598 erfolgte im Jahr  2003. Bisher wurden 21 dieser Triebwagen gebaut. Sie werden (2007) in den  Betriebswerke Sevilla (10), Vigo (8) und Madrid Cerro Negro (3) unterhalten.

Die dreiteiligen Triebzüge der Baureihe 598 sind Neigetechnikzüge nach dem System SIBI. Sie verfügen über zwei Motorwagen und einen Mittelwagen (Reihung M+R+M). Die vier Drehgestelle der beiden Motorwagen werden von je einem Motor
angetrieben. Diese verfügen über je eine Ausgangsleistung von 338 kW. Die Kraftübertragung auf die Achsen erfolgt hydraulisch. So erbringen die Motoren eine Gesamtleistung von 1.352 kW und verleihen dem Triebwagen damit eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Helge Deutgen

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Letzte Änderung am Donnerstag, 03 Januar 2019 20:45

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