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Donnerstag, 10 Januar 2019 07:05

Griechenland: Der Schienenverkehr und die Politik

Dass die Politik Einfluss auf den öffentlichen Verkehr nimmt und dies für sich zu nutzen versucht ist nicht neu, auch nicht in Griechenland. Etwas skurril war jetzt aber doch die "Einweihung" der Metro in Thessaloniki am 29.12.2018 durch Ministerpräsident Tsipras. Genau genommen handelt es sich nur um eine Station. Die Inbetriebnahme des ersten Abschnitts der Metro, an der seit 1986 gebaut wird, ist frühestens 2020.

Der Grund ist einfach: 2019 sind Europa- und eventuell auch Parlamentswahlen. Die Veranstaltung hat landesweit einigen Spott ausgelöst, es kommen laufen neue (nicht ernst zu nehmende) Pläne auch für Kleistädte U-Bahnen zu bauen.

Übrigens haben sich schon manche aller größeren griechischen Parteien in den letzten 30 Jahren mit der Metro Thessaloniki verspekuliert.

Gleichzeitig weigert sich das EVU TrainOSE (privatisiert und unter Kontrolle der italienischen FS) laut Zeitungsberichten alle Trassengebühren etc. an den staatlichen Netzbetreiber OSE zu zahlen, weil angeblich vereinbarte Zahlungen der griechischen Regierung für bestellte Leistungen offen sind und die angebotene Qualität der Infrastruktur zu unbefriedigend ist.

Die Ausweitung der Proastiakosstrecken nach Lavrio und Rafina im Großraum Athen (Ostattika) möchte das Infrastrukturministerium an die zu erneuernde Vergabe der Betreiberlizenzen von Attiki-Odos koppeln, das ist die ertragreichste Autobahn in ganz Griechenland mit täglich mehr als 200.000 Fahrten.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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Letzte Änderung am Mittwoch, 09 Januar 2019 19:24

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