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Freitag, 11 Januar 2019 07:05

Frankreich: Ermittlungsverfahren zu Brétigny-sur-Orge gegen ersten Eisenbahner eingeleitet

Gegen einen Mitarbeiter der SNCF wurde am Mittwoch, den 9. Januar, im Rahmen der Untersuchung der Eisenbahnkatastrophe in Brétigny-sur-Orge (Essonne) ein Ermittlungsverfahren wegen "fahrlässiger Verletzung und Tötung" eingeleitet. Dies ist das erste Mal, dass in diesem Fall eine natürliche Person verfolgt wird.

Am 12.07.2013 entgleiste der Intercités 3657 auf dem Weg von Paris nach Limoges beim Überfahren einer doppelten Kreuzungsweiche im Bahnhof Brétigny-sur-Orge. Sieben Menschen starben, 32 Menschen wurden verletzt.

Bisher wurde im August 2014 nur gegen zwei juristische Personen, SNCF und RFF (Réseau ferré de France), ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, obwohl die Familien der Opfer wiederholt darum gebeten hatten, dass auch "Männer vor Ort" verfolgt werden sollten. Drei Eisenbahner, die zum Zeitpunkt der Entgleisung für die Überwachung der Gleise zuständig waren, hatten den Status von mutmaßlichen Mitwissern (témoin assisté) erhalten. Ein mutmaßlicher Mitwisser steht im juristischen Verfahren zwischen einem Zeugen und einem Beschuldigten. Gegen einen von ihnen wurde jetzt von den Untersuchungsrichtern ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

In einem von der SNCF im September 2018 veröffentlichen Bericht heißt es, dass die Bahnkatastrophe "unvorhersehbar" gewesen sei. Alle seit 2013 von den Gerichten angeordneten gerichtlichen Gutachten haben jedoch ergeben, dass der Zug Paris - Limoges am Herzstück einer doppelten Kreuzungsweiche entgleist war, die schlecht gewartet wurde. Am Ende des Herzstücks der Weiche bildete sich offenbar schon Monate vor dem Unfall ein Riss im Gleis zwischen den beiden Schienenlaschen. Die Befestigung der Schienenlasche löste sich, worauf die Lasche beim Überfahren hochklappte.

WKZ, Quelle FranceInfo

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