Diese Seite drucken
Montag, 14 Januar 2019 09:28

Griechenland: Bewegung im Schienenpersonenverkehr

2017 wurde das EVU TrainOSE an die italienische FS-Gruppe verkauft. Angebotsverbesserungen hat es bisher nicht gegeben, was auch am nach wie vor völlig unzureichenden technischen Zustand der Bahnanlagen liegt. Doch es kündigen sich neue Angebote an.

Für defizitäre Verkehre erhält TrainOSE 50 Mio EUR vom griechischen Staat. Die ökonomisch interessanteste Strecke ist die Magistrale Athen-Thessaloniki, die nach Fertigstellung von Elektrifizierung und Sicherungsanlagen mit einer geplanten Reisezeit von 3,5 h eine Alternative zum Flug ist. Um dem Vorzugreifen und auch das Image aufzubessern will TrainOSE nach einem Bericht der Zeitung Kathimerini jetzt zumindest ein schnelles Zugpaar einsetzen, das dann ohne Traktionswechsel durchfährt.

Im Güterverkehr hat TrainOSE bereits mehrere Konkurrenten, der Personenverkehr soll im Laufe des Jahres 2019 auch anderen EVU zugänglich gemacht werden. Nach mehreren Presseberichten will das EVU Rail Cargo Logistics Goldair (ein gemeindames Unternehmen der ÖBB und des griechischen Logistikers Goldair) ab 2020 auch in den Personenverkehr mit RailJet-Zügen einsteigen, bevorzugt auf der Strecke Athen - Thessaloniki, aber auch international, z.B. nach Wien. Ein entsprechender Antrag wurde bereits bei der Eisenbahnregulierungsbehörde RAS eingereicht.

Hier spielt der geplante Verkauf der einzigen griechischen Firma für die Wartung von Eisebahnfahrzeugen an die FS-Gruppe eine Rolle, da unklar ist, wie diese die Wartung für alle EVU sicherstellen kann.

Es sind auch Pläne bekannt geworden, dass der öffentliche Betreiber der Athener Metro und Tram dem von TrainOSE betriebenen Proastiakos-Verkehr zwischen Piräus und dem Flughafen bei Spata Konkurrenz mit eigenen Zügen machen will.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

Zurück