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Dienstag, 29 Januar 2019 07:10

Nord-Mazedonien/FYROM: Neue Namensgebung - neue Eisenbahn?

Nachdem das griechische Parlament am vergangenen Freitag dem "Prespa-Vertrag" zur Beilegung des Namensstreits engültig zugestimmt hat, ist jetzt als letzter Schritt am 9. Februar 2019 geplant, den Staatsnamen offiziell zu ändern. Es ist zu hoffen, dass trotz heftiger Debatten dann der jahrzehntelange Streit nachhaltig beigelegt ist. Die Eisenbahnen dort sind in einem beklagenswerten Zustand, auch wenn es in der Vergangenheit verschiedene Investitionen, vor allem in neue Fahrzeuge, gab.

Zu jugoslawischen Zeiten gab es etwa zehn tägliche Zugverbindungen zwischen Skopje und Belgrad, sowie drei zwischen Skopje und Thessaloniki, im aktuellen Jahresfahrplan gibt es einen Zug Belgrad - Skopje - Thessaloniki, der bestenfalls in der Sommersaison fährt und das in Zeiten, in denen den Bürgern der Westbalkanstaaten der Zugang in EU-Länder erleichtert wurde.

Die Verbindung über Skopje ist die kürzeste Strecke zwischen Griechenland und Zentraleuropa, diese wird aktuell von täglich etwa zwei Transitgüterzügen genutzt.

Für Griechenland ist es von großer wirtschaftlicher Bedeutung den Verkehr auf dieser Strecke zu intensivieren, auf griechischer Seite wird aktuell der Abschnitt Thessaloniki - Grenze bei Idomeni teilweise neu trassiert (Fertigstellung aktuell für 2019 geplant). Auch weiter nördlich in Serbien wird die Strecke mit chinesischen und russischen Mitteln saniert.

Die zweite Bahnlinie zwischen Nordmazedonien/FYROM und Griechenland zwichen Bitola und Florina soll dieses Jahr wieder in Betrieb genommen werden, diese hat aktuell bestenfalls regionalen Chrakter, ist aber auch Teil eines der größer angelegten transeuropäischen Verkehrskorridore.

Durch den Zerfall Jugoslawiens und der Öffung Albaniens haben sich neue Verkehrsrichtungen ergeben, u.a. die Strecke Durres - Skopje - Sofia. Dafür müssen vergleichsweise wenige Neubaustrecken errichtet und Bestandsstrecken erneuert werden. Für die Verbindung Skoje - Sofia sind ca. 70 km Neubaustrecke erforderlich, laut Internetnachrichten ist nicht vor 2027 mit einer Betriebsaufnahem zu rechnen, auch nach Albanien dürfte sich trotz Staatsverträgen mangels Finanzierung dieses Vorhaben noch lange hinziehen.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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