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Mittwoch, 30 Januar 2019 07:10

Portugal: CP schreibt 22 Triebzüge aus und mietet vier weitere von der Renfe an

Der portugiesische Bahnbetreiber CP - Comboios de Portugal - hat die Ausschreibung für 22 neue Züge gestartet und die Anmietung von vier weiteren Zügen bei der Renfe bewilligt bekommen. Die ausgeschriebenen Züge werden in maximal vier Jahren eintreffen, so der Minister für Planung und Infrastruktur, Pedro Marques, der darauf hinwies, dass seit 20 Jahren keine neuen Züge mehr bestellt wurden.

Die im Europäischen Amzsblatt veröffentlichte Ausschreibung (2019/S 005-008021, 2019/S 018-039611) über den Kauf von 12 Hybrid- und 10 elektrischen Triebwagen beläuft sich auf eine Ausführungsfrist von acht Jahren und umfasst eine Summe über 168 Mio. Euro, von denen 109 Mio. aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Kohäsionsfonds für den Programmplanungszeitraum 2021-2027 und der Rest - 58,8 Mio. Euro - aus nationalen Mitteln, einschließlich des Umweltfonds, stammen. Die CP will die ersten Vorschläge bis zum 3. Februar erhalten.

Planungs- und Infrastrukturminister Pedro Marques sagte, das Land habe den Kauf neuer Züge seit 20 Jahren nicht mehr genehmigt, was die Eisenbahn in eine "lethargische Situation" gebracht habe. Wenn Portugal eine wettbewerbsfähige Eisenbahn will, müsse das Land investieren. "Wir erholen uns von einer jahrzehntelangen Verzögerung, die das Eisenbahnnetz zum Erliegen gebracht hat und bei der das Verb 'schließen' dasjenige war, das am häufigsten benutzt wurde", sagte er. Der Zustand der Eisenbahn wurde auch durch den Personalabbau bei der Wartungsfirma EMEF verschärft, den die vorherige Regierung zu privatisieren versucht hat.

Die neuen Züge sind für Regionalstrecken bestimmt, die, wie der Minister sagte, "vergessen" sind, wobei einige von ihnen noch mit Rollmaterial aus der Mitte des 20. Jahrhunderts fahren.

Portugal wird weitere 1,3 Mio. Euro pro Jahr für die Anrmietung von Zügen aus Spanien ausgeben. Der Bahnbetreiber CP wurde per Dekret ermächtigt, die Kosten für die Anmietung von vier weiteren Dieseltriebwagen der Baureihe 592 von der spanischen Gesellschaft Renfe für einen Zeitraum von vier Jahren, zwischen Januar 2019 und Dezember 2022, zu übernehmen.

Die Gesamtkosten des Auftrags belaufen sich auf 4,661 Mio. Euro: Im Jahr 2019 werden nur 876 447 Euro gezahlt; in den verbleibenden drei Jahren je 1,26 Mio. Euro. Die Differenz der Werte ist auf die Inbetriebnahme eines der Triebwagen Anfang 2019 zurückzuführen; die restlichen drei Einheiten werden 2019 gemäß einem im September zwischen CP und Renfe in Madrid unterzeichneten Protokoll in Betrieb genommen. Es wird erwartet, dass die vier Züge auf den Strecken der Algarve und der Linha do Oeste verkehren werden, wo seit 1965 die Baureihe UDD 450 im Einsatz ist.

Mit diesem Vertrag steigen die jährlichen Ausgaben von CP für die Anmietung von Regionalzügen iberischer Spurweite aus Spanien von sieben für derzeit 20 Exemplare auf rund 8,3 Mio. Euro für 24 Triebwagen. Der Materialtransfer aus Spanien erfolgt bis zum Eintreffen der 22 neu ausgeschriebenen Regionalzüge.

Ende 2019 wird die CP auch Elektro-Hochgeschwindigkeitszüge mieten können. "Nächstes Jahr wird es eine Hochgeschwindigkeits-Elektroeinheit geben, die 250 km/h erreicht. Im Jahr 2020 wird es sechs weitere Elektrozüge geben, um das Angebot von Alfa Pendular und Intercidades zu verstärken", erklärte Carlos Gomes Nogueira, Präsident der CP, während einer parlamentarischen Anhörung im September 2018.

Die Regierung hat dem nationalen Betreiber Comboios de Portugal CP im Januar 2019 einen öffentlichen Dienstleistungsvertrag für einen Zeitraum von 10 Jahren ab Vertragsabschluss mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 5 Jahre offiziell erteilt. Der Vertrag legt fest, wie die Regierung den Betreiber für die im Rahmen der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen zu erbringenden verlustbringenden Leistungen entschädigen wird, indem sie die Anforderungen des vierten Eisenbahnpakets der EU erfüllt.

Weitere Maßnahmen, die Portugal zur Erfüllung der Anforderungen des vierten Eisenbahnpakets ergriffen hat, sind die größere Unabhängigkeit des Infrastrukturbetreibers Infraestruturas de Portugal und die Öffnung des Netzzugangs für andere Betreiber gemäß der Richtlinie 2016/2370. Infrastrukturminister Pedro Marques sagte jedoch, dass CP auch in den nächsten 15 Jahren der "interne Betreiber" von öffentlichen Diensten bleiben sollte.

WKZ, Quelle Jornal de Negocios, TVI24, Diário de Notícias, Ferrovie, Regierung

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Letzte Änderung am Dienstag, 29 Januar 2019 19:21

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