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Freitag, 01 Februar 2019 09:00

Norwegen: Alstom bereitet die Umrüstung von Testfahrzeugen auf ERTMS vor

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Fotos Erik Hartløv.

Alstom hat von Bane NOR, der Norwegischen Eisenbahnbehörde, im Juni 2018 den Auftrag erhalten, die gesamte norwegische Bahnflotte mit fahrzeugseitigen ERTMS-Zugsteuerungslösungen auszurüsten und das System über einen Zeitraum von bis 25 Jahren zu warten. Der Einbau der Ausrüstung an Bord der Züge soll 2026 abgeschlossen sein. Derzeit ist Alstom dabei, die Ausrüstung der Testfahrzeuge mit ERTMS zu planen.

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Die On-Board-Software besteht aus einer generischen und einer spezifischen Anwendung. Beide Anwendungen werden im Werk von Alstom umfangreichen Tests unterzogen, und darüber hinaus wird die generische Anwendung (GA) auf drei Fahrzeugen installiert: einer Diesellokomotive (Di8) im Besitz der NSB, einem Baufahrzeug (LTR 17) von Bane NOR Transport und einem Bauwagen-Set (Typ 75) von Norske tog.

Neben der Platzsuche für die neuen Komponenten muss die ERTMS-Bordtechnik in das Bremssystem des Zuges und andere Steuerungssysteme integriert werden. Um die Designs, Installationen und Schnittstellen des Zuges abzubilden, ließ Alstom in der Angebotsphase alle Fahrzeugtypen prüfen. Nach der Vertragsunterzeichnung im Frühjahr 2018 hat der Lieferant die Fahrzeugdokumentation durchgesehen und Arbeitsgespräche mit Fahrzeugexperten von NSB, Bane NOR Transport und Norske tog geführt, um Unsicherheiten zu klären und verschiedene Lösungsvorschläge zu diskutieren.

Dann hat Alstom detaillierte Inspektionen durchgeführt, um herauszufinden, wie die Ausrüstung im Zug platziert wird, wo Kabel gezogen werden können, welche Anlagen entfernt werden müssen und dergleichen. Basierend auf Zeichnungen und 3D-Scans von Zugteilen entwickelt Alstom Modelle, die visualisieren, wo die neuen Komponenten platziert werden sollen und wie sie in bestehende Systeme integriert werden sollen.

Neben Ingenieuren und Fahrzeugexperten sind auch Personal-Spezialisten an der Konstruktion und Platzierung von Komponenten im Führerstand beteiligt, um unter anderem Ergonomie sowie akustische und optische Alarme sicherzustellen.

Alstom ist in Zusammenarbeit mit dem Projekt dabei, die Prüfberichte für die drei Testzüge zu erstellen. Anschließend muss das endgültige Design in enger Zusammenarbeit mit den Fahrzeughaltern erstellt werden.

Die in dieser Phase vorbereiteten Prozesse für Design, Installation und Genehmigung bilden die Grundlage für den Einsatz von ETCS in Schienenfahrzeugen in Norwegen.

Die Züge werden in der Werkstatt von Bane NOR Eiendom in Grorud aufgebaut. Der Umbau und die Qualitätskontrolle der Anlage selbst wird im November/Dezember 2019 beginnen. Dann wird die Ausrüstung in der Werkstatt getestet, bevor die Züge im Jahr 2020 mit den Tests auf der Strecke Roa - Hønefoss beginnen.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Bane Nor

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