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Donnerstag, 07 Februar 2019 07:10

Frankreich: Konzessionsvertrag zum Bau des CDG Express soll in den nächsten Tagen unterschrieben werden

Die französische Verkehrsministerin Elisabeth Borne hat am 06.02.19 nach dem Erhalt des Konsultationsberichts des Präfekten der Ile-de-France, Michel Cadot, gegenüber der Zeitung Le Parisien erklärt, dass der Konzessionsvertrag für den CDG Express mit einen Konsortium aus ADP, SNCF Réseau und Caisse des Dépôts jetzt in den nächsten Tagen unterzeichnet werden kann. Sie werde bestimmte Bedingungen des Berichts erfüllen, nach denen das neue Transportmittel dem von der Region beauftragten RER B nicht schaden dürfe.

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Das Projekt CDG Express - die Verbindung vom Pariser Gare de l'Est zum Flughafen Charles-de-Gaulle - ist für Paris und die gesamte Region Ile-de-France notwendig. Der Flughafenanschlussverkehr (90.000 Mitarbeiter, 200.000 Passagiere pro Tag) laufe derzeit weitgehend auf der Straße ab. Durch den CDG-Express soll der Anteil des Straßenverkehrs von heute 56% auf 44% sinken. Der Bericht des Präfekten kommt so auch zu dem Schluss, dass "nichts gegen die Unterzeichnung des Konzessionsvertrags spricht".

Das Projekt hat allerdings viel Widerspruch erfahren. Nutzerverbände, Dutzende von Abgeordneten der Ile-de-France, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und der Valérie Pécresse als Präsidentin der Region und des Verkehrsverbundes Ile-de-France-Mobilités befürchten, dass der CDG Express den bereits überfüllten und chaotischen RER B lähmt. Der CDG Express wird auf einem Teil seiner 32 km die gleiche Strecke wie der RER nehmen, eine Strecke, auf der 15 große Modernisierungsprojekte im selben Zeitraum durchgeführt werden müssen.

Das Projekt CDG Express hat nach Ansicht der Verkehrsministerin lange unter mangelnder Transparenz und Konsultation gelitten. Der Konsultationsbericht enthält 15 Empfehlungen, die darauf abzielen, das der von der Region bestellte RER B und seine Benutzer keinen Schaden nehmen. So darf das Projekt CDG Express im Fall von Störungen nie Vorrang vor der Priorität des täglichen Transports haben.

Der CDG Express wird zu 60 % von den Fahrgästen über relativ hohe Ticket-Preise und zu 40 % von den Fluggästen finanziert. Von den 1,8 Mrd. Euro, die über ein Darlehen in den CDG Express investiert werden, dienen mehr als 500 Mio. Euro der Verbesserung des RER B, einschließlich der Wiederherstellung von Viadukten, von denen einige aus dem 19. Jahrhundert stammen. Von den über 500 Mio. Euro sind 343 Mio. Euro für Regenerationsarbeiten an der Infrastruktur und 194 Mio. Euro für die Verbesserung des RER B vorgesehen.

Es ist geplant, dass der CDG Express zu den Olympischen Spielen 2024 in Betrieb gehen wird, allerdings könnten sich Schwierigkeiten in der Organisation der Bauarbeiten gegebenenfalls auf den Zeitplan auswirken. Eine Beobachtungsstelle für die Dienstqualität und ein Ausschuss für Arbeitsüberwachung sollen dafür sorgen, das es während der Bauzeit keine Probleme im Transport des täglichen Bedarfs für die Anwohner geben wird.

WKZ, Quelle Le Parisien, Le Monde

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