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Freitag, 08 Februar 2019 07:10

Frankreich: Rechnungshof fordert Bereinigung der Intercités-Linien

Die noch von der SNCF betriebenen Intercités-Linien haben ihre Nachhaltigkeit nicht bewiesen. Der Rechnungshof (Cour des comptes) schlägt in seinem Jahresbericht 2019 vor, neue Linien auf die Regionen zu übertragen und die Vereinbarungen über "Strukturierungslinien" und Nachtlinien zu beenden.

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Intercités-Linien (grün) und Nachlinien (violett). Grafik Rechnungshof.

Die Reform der Züge des territorialen Ausgleichs (TET), von der SNCF unter der Marke "Intercités" betrieben, ist nach Ansicht des Rechnungshofs noch nicht abgeschlossen. Das Wirtschaftsmodell der Linien, die vom Staat beauftragt und subventioniert werden, ist nicht nachhaltig.

In den letzten zwei Jahren wurde das Intercités-Netzwerk mehrmals korrigiert. Im Jahr 2015 nahm die Regierung Verhandlungen mit den Regionen auf, was zur Verlegung von 18 Strecken führte. Im Gegenzug hat sich der Staat verpflichtet, den Kauf von rollendem Material zu finanzieren und einen Teil des Betriebsdefizits zu decken: 238 Mio. Euro von 2016 bis 2020. Darüber hinaus wird die staatliche Entschädigung ab 2023 leicht auf 52,5 Millionen pro Jahr sinken.

Der Rechnungshof hat vor allem das verbleibende Netz geprüft, das bis 2020 in der Verantwortung des Staates bleiben wird. Es handelt sich um drei "Strukturierungslinien" (Paris - Clermont-Ferrand, Paris - Orléans - Limoges - Toulouse und Bordeaux - Toulouse - Marseille), die dem finanziellen Gleichgewicht am nächsten kommen, um drei weitere "regionale Entwicklungslinien" (Nantes - Lyon, Nantes - Bordeaux und Toulouse - Hendaye) und schließlich um zwei Nachtlinien (Paris - Rodez - Toulouse - Latour de Carol und Paris - Briançon). Bis 2020 wird die Intercités-Aktivität der SNCF nur noch 3% der jährlichen Personenkilometer ausmachen, gegenüber 6,5% heute.

Der Rechnungshof ist der Ansicht, dass die Rahmenbedingungen zwischen Staat und SNCF trotz einer 2016 unterzeichneten Vereinbarung, die 2020 ausläuft, weiterhin unausgewogen sind. Das "Sonderzuweisungskonto" zur Finanzierung des defizitären Betriebs dieser Züge führte zu einer Verringerung des vom Gewinn der TGV-Tätigkeit stammenden Anteils und zu einer Erhöhung des Anteils der Autobahngesellschaften, der von 6% im Jahr 2015 auf 37% im Jahr 2018 stieg. Die SNCF Mobilités finanziert jedoch weiterhin zwei Drittel davon.

Am Ende bleiben trotz der seit 2016 erfolgten Veränderungen der Intercités-Unterstützung die Fragilitäten bestehen und die noch erforderlichen Investitionen in Schienenfahrzeuge sind nicht finanziell abgesichert.

Der Rechnungshof schlägt vor, das Wirtschaftsmodell der verbleibenden Linien zu überprüfen, indem die regionalen Entwicklungslinien den Regionen übertragen und Vereinbarungen zu Strukturierungslinien und Nachtzügen abgeschafft werden. Außerdem wird vorgeschlagen, den Mechanismus zur Finanzierung des Betriebs von Intercités-Zügen nach 2020 abzuschaffen.

WKZ, Quelle Figaro, Rechnungshof

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