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Mittwoch, 13 Februar 2019 11:12

Großbritannien: Eurotunnel klagt gegen No-Deal-Fährverträge

Die Kanaltunnelbetreiber Channel Tunnel Group Ltd. und France-Manche SA verklagen die britische Regierung wegen der Vergabe von Fährverträgen zur Abwicklung von zusätzlichen Fährkapazitäten im Falle eines ungeregelten Brexit. Ein erster dieser Verträge, mit einem Startup-Unternehmen, das keine Schiffe besitzt, ist bereits beendet worden.

Channel Tunnel Group Ltd. und France-Manche SA werfen der Regierung eine "geheime und fehlerhafte Beschaffung" für zusätzliche Fährdienste im Falle eines No-Deal-Brexit vor, berichten die BBC und die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Unternehmen betreiben zusammen den Eurotunnel, der die Verbindung zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland betreibt.

Die Klage richtet sich gegen die staatliche Vergabe von Fährverträgen an Brittany Ferries of France, die dänische Reederei DFDS und die britische Seaborne Freight für zusätzliche Frachtdienste zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa. Der 13,8 Mio. GBP (15,7 Mio. Euro) schwere Seaborne-Vertrag wurde inzwischen abgewickelt, als klar wurde, dass das Unternehmen, das keine Schiffe besitzt, seine Anforderungen nicht erfüllen würde, sagte das Verkehrsministerium am Samstag.

Die Aufträge seien ohne öffentlichen Wettbewerb vergeben worden und stützten sich auf "extreme Dringlichkeitsvorkehrungen", sagten die Tunnelgesellschaften in ihren Gerichtsanträgen am Monntag. Die Verträge hätten auch eine ungerechtfertigte Subventionierung von Unternehmen zur Folge.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums entgegnete, dass die Regierung einen "wettbewerbsorientierten Beschaffungsprozess durchgeführt habe, um zusätzliche Fährkapazitäten zwischen Großbritannien und der EU zu sichern, der im Einklang mit den geltenden Verfahren steht".

Eurotunnel hat bereits früher selbst Fährdienste unter der Marke MyFerryLink angeboten. Diese wurden jedoch eingestellt, nachdem ein britisches Gericht im Jahr 2015 die Entscheidung der britischen Wettbewerbsbehörde bestätigt hatte, keine kanalübergreifenden Verkehre zwischen Dover und Calais durchzuführen. Eurotunnel fand es deshalb "bemerkenswert", nicht über die neuen Fährverträge informiert worden zu sein. Die Regierung nannte das Angebot von Eurotunnel, solche wieder bis Ende März aufnehmen zu können, "völlig unrealistisch".

WKZ, GK, Quelle Bloomberg, BBC

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