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Mittwoch, 20 Februar 2019 07:10

Norwegen/Schweden: Testläufe mit 32,5 t Achslast zwischen Kiruna und Narvik aufgenommen

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Fotos Tor Gunnar Pedersen, Peter Nilsson.

Am Montag (18.02.19) fuhr der erste Erzzug mit einer höheren Achslast von 32,5 t von Kiruna nach Narvik. Nach der Verstärkung der Erzbahn werden nun Testläufe mit Zügen durchgeführt, die zehn Prozent mehr Last aufnehmen können. Für einen Erzzug bedeuten dies 680 t zusätzliches Erz. Das Versuchsprojekt beinhaltet die Zusammenarbeit zwischen LKAB, Trafikverket und Bane NOR.

Pünktlich um 15:10 Uhr traf der erste Zug 9912 mit 6.864 t Eisenerz-Pellets bei verschneitem Wetter im LKAB-Bahnhof in Narvik ein. Der Testzug verfügte über 68 Wagen, so viel wie ein normaler Erzzug, und wog einschließlich der beiden IORE-Lokomotiven, die die stärksten der Welt sind, 8731 t. Die durchschnittliche Achslast dieses Zuges lag bei 30,5 Tonnen, einige Achsen lagen zwischen 31 und 32 Tonnen. Der 750 m lange Zug von LKAB hatte die maximale Länge für die Strecke.

"Wir beginnen vorsichtig und erhöhen die Belastungen schrittweise. Später erwarten wir durchschnittlich 31,6 t, verglichen mit heute ca. 29,0 t", erklärte Gebietsleiter Thor Brækkan von Bane NOR.

Zur Kapazitätserhöhung der Strecke bei wachsendem Erzabbau gab es zwei Möglichkeiten: Doppelspurig oder längere und schwerere Züge. "Von unserer Seite ist die erhöhte Achslast die schnellste Lösung, um mehr Transportkapazität zu erreichen, aber langfristig sehen wir auch einen Bedarf an zweigleisigen und längeren Zügen", sagte Jan Lundgren, stellvertretender Leiter Vertrieb und Logistik bei LKAB.

Vor der Testfahrt wurden umfangreiche Untersuchungen und Risikoanalysen durchgeführt, und Trafikverket hat eine Reihe von Maßnahmen an der Infrastruktur auf schwedischer Seite durchgeführt. Dazu gehört unter anderem die Verstärkung von Brücken, Durchlässen und Bahndämmen. LKAB hatte den Testzug mit neuen und leistungsfähigeren Wagenrädern für die erhöhte Belastung vorbereitet. Mittlerweile gibt es ein umfangreiches Programm für den Radwechsel im gesamten Fuhrpark. Bane NOR, verantwortllich für die Infrastruktur in Norwegen, war von Anfang an in das Projekt eingebunden. Auf norwegischer Seite bestand kein Bedarf an Verstärkungen, aber es wurden Maßnahmen in Bezug auf längere Bremswege für schwerere Züge an zwei Bahnhöfen - Narvik und Straumsnes - ergriffen.

Darüber hinaus muss das Gleis auf norwegischer und schwedischer Seite durch ein Beobachtungssystem sorgfältig überwacht werden, das unter anderem Durchbiegungsmessungen an Brücken, Satellitenüberwachung von Trassen und regelmäßige Zustandskontrollen umfasst. Die Kontrollmessungen werden in einem gemeinsamen Monatsbericht für die gesamte Strecke von Kiruna bis Narvik ausgewertet.

"Es geht nicht nur darum, dass der Gleiskörper, die Schienen, die Schwellen und der Unterbau dem tatsächlichen Gewicht des Erzzugs standhalten, sondern auch um Seitenkräfte in den Kurven und starke Belastungen beim Bremsen der Züge", sagte Projektleiter Tor Gunnar Pedersen von Bane NOR."Interessant ist, ob wir mehr Schienenbrüche bekommen oder ob der Verschleiß und die Wartung deutlich zunehmen. Das sind Dinge, die wir während der Probezeit herausfinden müssen."

32,5 Tonnen Achslast sind in Europa die höchste Achslast. Die häufigste Achslast in Schweden beträgt 25 t, während die Erzbahn nun von 30 auf 32,5 t aufgerüstet wurde.

Zunächst wird pro Tag ein Testzug gefahren, die Erlaubnis reicht bis zu zwei Zügen pro Tag.

Im September 2017 wurden nach einem zweijährigen Test schon 32,5 t Achslast auf dem 210 km langen südlichen Abschnitt der Malmbanan zwischen Vitåfors (bei Gällivare) und Luleå zugelassen.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Bane NOR, Trafikverket

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Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Februar 2019 13:24

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