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Donnerstag, 21 Februar 2019 07:05

Polen: Ehemaliger Vorstand von PKP Cargo in Untersuchungshaft

Die Staatsanwaltschaft Lublin hat den ehemaligen Vorstand von PKP Cargo, Adam P., der den Bahnbetreiber von November 2013 bis Dezember 2015 leitete, und weitere Mitglieder des damaligen Vorstands verhaftet. Ihnen wird Misswirtschaft vorgeworfen, wodurch das Unternehmen fast 250 Mio. PLN (58 Mio. Euro) verloren hat, berichtet die Nachrichtenagentur Informacyjna Agencja Radiowa (IAR).

Die von der Staatsanwaltschaft Lublin durchgeführte Untersuchung betrifft den Kauf von 80% der Anteile an der Advanced World Transport B.V. (AWT) mit Sitz in Amsterdam durch PKP Cargo. Die AWT BV hielt alle Anteile der tschechischen Güterbahn AWT. Nach den Ergebnissen der Untersuchung sei der Betrag der Transaktionen in Höhe von über 103 Mio. Euro um mehr als die Hälfte überbewertet worden.

Die Transaktion fand im Mai 2015 statt. Danach kaufte PKP Cargo 80 Prozent der AWT-Aktien des tschechischen Oligarchen Zdenek Bakala und The Bakala Trust für 103,2 Mio. Euro. Bald darauf kaufte das staatliche Unternehmen noch die fehlenden 20% der Aktien. Im Jahr 2016 ordnete PKP Cargo ein Gutachten über die Transaktion an und kündigte in einer Börsenbekanntmachung an, dass der Preis der AWT möglicherweise überhöht gewesen sei.

Die Vorwürfe umfassen Abweichungen von der Methodik zur Schätzung des Unternehmenswertes und Fehler in den Annahmen und Techniken der Bewertung, die den empfohlenen Wert des Unternehmens überbewertet hätten, so dass der Wert der Transaktion über das hinausging, was für einen typischen rationalen Investor akzeptabel wäre. "Wahrscheinlich wurde dieses Geld verschwendet", kommentierte Infrastrukturminister Andrzej Adamczyk dies in der "Gazeta Wyborcza".

WKZ, Quelle Gazeta Wyborcza, Fact24

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