english

Dienstag, 26 Februar 2019 10:22

Frankreich/Großbritannien: Guillaume Pepy beschwichtigt Gerüchte über Eurostar-Schwierigkeiten nach Brexit

eurost2sncf1

Fotos Eurostar, Twitter Elisabeth Borne.

SNCF-Chef Guillaume Pepy versicherte am Montag (25.02.19), dass der Betrieb der Eurostar-Hochgeschwindigkeitszüge, die zwischen London und dem Festland pendeln, auch ohne eine Brexit-Vereinbarung fortgesetzt werden kann, auch wenn es noch "Details" zu klären gibt. Die Erklärung kam nach Presseberichten, dass Eurostar-Züge Anfang März "aus betrieblichen Gründen" abgesagt wurden und nach einem Brexit Warteschlangen von bis zu 15.000 Menschen in St. Pancras erwartet werden.

"Die Grundlagen der Geschäftstätigkeit von Eurostar, auch wenn es keine Vereinbarung gibt, bestehen, da wir eine kontinentale Betriebsgesellschaft von Eurostar gegründet haben, die eine europäische Lizenz besitzen wird", versicherte Guillaume Pepy. Bahnbetreiber, die nur eine britische Lizenz besitzen, wie es bei Eurostar der Fall war, werden nach dem Brexit nicht mehr automatisch auf europäischen Bahnen fahren können.

"Wir arbeiten jetzt an sehr, sehr konkreten Dingen, damit die Eurostar-Reisenden in jedem Fall richtig reisen können", sagte Herr Pepy vor Journalisten am Rande eines Besuchs von Verkehrsministerin Élisabeth Borne bei den Eisenbahnern am Gare de Lyon in Paris anlässlich der vor einem Jahr begonnenen Umsetzung der Bahnreform.

Der SNCF-Chef sieht nach wie vor "zwei Problembereiche zweiten Ranges", die in den nächsten Wochen gelöst werden müssen: Juristische Probleme mit Zertifikaten und Identitäts- und Zollkontrollen am Gare du Nord (in Paris) und in Saint-Pancras (in London).

Laut einem vertraulichen Bericht der britischen Regierung, der von der Financial Times veröffentlicht wurde, könnten sich am Bahnhof St. Pancras Warteschlangen von bis zu 15.000 Menschen bilden, die 1,6 km lang sind und den kanalübergreifenden Zugverkehr ernsthaft beeinträchtigen würden. In diesem Fall müsste laut Pepy das Zugpersonal beurteilen, "ob wir den Zug ein paar Minuten zurückhalten oder die Leute im folgenden Zug auf die Reise schicken".

Die SNCF ist zu 55 % an Eurostar beteiligt, weitere 30 % hält die Rentenkasse CDPQ aus Quebec, 10 % die britische Investmentgesellschaft Hermes Infrastructure, 5% die belgische Bahn SNCB.

Für Anfang März musste Eurostar einige Züge streichen. Britische Zeitungen wie der Independent äußerten den Verdacht, dass Wartungsarbeiten am Zugmaterial fällig wurden und Eurostar nicht über genügend Ersatztriebzüge verfügt.

WKZ, GK, Quelle Le Figaro, BBC

Zurück

Letzte Änderung am Dienstag, 26 Februar 2019 10:33

Nachrichten-Filter