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Montag, 15 April 2019 07:10

China/Malaysia: Neues Abkommen zum East Coast Rail Link geschlossen

Malaysia und China haben am Freitag (12.04.19) nach monatelangen Spekulationen über die Zukunft des Multimilliarden-Dollar-Projekts East Coast Rail Link (ECRL) einen neuen Vertrag unterzeichnet, um mit dem Projekt fortzufahren. Das Büro von Premierminister Mahathir Mohamad sagte, der Bau der ersten beiden Phasen der Eisenbahnverbindung würde nun 44 Mrd. Ringgit (9,45 Mrd. Euro) kosten, gegenüber den ursprünglichen Kosten von 65,5 Mrd. Ringgit.

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Grafik Malaysia Rail Link.

Der langjährige Vertraute und Sonderbeauftragte des Premierministers, Daim Zainuddin, hat in Peking die monatelangen Verhandlungen abgeschlossen. Das neue Abkommen "wird den Weg für die Wiederaufnahme des Projekts East Coast Rail Link ebnen", heißt es in der Erklärung. "Diese Reduzierung wird Malaysia sicherlich zugute kommen und die finanzielle Lage des Landes entlasten".

In einer Pressekonferenz nach der Regierungsankündigung sagte er, dass die Länge der Eisenbahnverbindung um 40 km auf 648 km reduziert würde. Die Baukosten für jeden Kilometer der Strecke würden von 98 Mio. auf 68 Mio. Ringgit (21 Mio. auf 15 Mio. Euro) sinken. Weitere Details über Zinszahlungen und Finanzierung werden vom Premierministe am Montag (15.04.19) veröffentlicht.

Die malaysische Holdinggesellschaft Malaysia Rail Link ist als Eigentümerin des Projekts eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Finanzministeriums des Landes, und auch der chinesiche Projektpartner CCCC ist eine staatliche Gesellschaft.

Als Folge der neuen ECRL-Vereinbarung zitiert die South China Morning Post Analysten, wonach Peking aufgrund der Wichtigkeit des Projekts als Teil der chinesischen "Belt and Road Initiative" - auch zur Beweisstellung der Fähigkeiten der chinesischen Eisenbahnindustrie - bereit war, über die Bedingungen neu zu verhandeln, einschließlich der Senkung der Kosten. Aber für China könnte der Schritt unangenehme Folgen haben, da er weitere Nationen ermutigen könnte, Kostensenkungen anzustreben.

"Es bedeutet, dass die Bahn- und Straßenprojekte offen für Diskussionen sind, und diese Erfahrung könnte für andere Projekte genutzt werden", sagte Wang Huiyao, Präsident der in Peking ansässigen Denkfabrik des Centre for China and Globalisation. Er fügte hinzu, dass chinesische Unternehmen, die an solchen Projekten beteiligt sind, bei der Verhandlung von Projekten marktwirtschaftliche Prinzipien anwenden sollten.

WKZ, Quelle South China Morning Post

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