english

Sonntag, 05 Mai 2019 16:00

Nordkorea: Auf den Spuren von Kim Jong Un – Mit dem Zug von Pjöngjang über Hanoi nach Saigon

20181023 Pjoengjang Sinuju 3PA220875

Der reinen Lehre nach müßte der Titel eigentlich umgekehrt sein – führte mich doch im Herbst meine Reise nach einer Woche in Nordkorea schon lange vor Kim Jong Un mit dem Zug über Peking bis nach Hanoi und weiter nach Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt)

PA170186PA180332

Widmete sich die Zeit im verschlossenen Nordkorea dem Schwerpunkt Luftfahrt -bei Air Koryo finden sich immer noch einige im Rest der Welt schon verschwundene sowjetische Flugzeuge im Einsatz- (Bilder zeigen Il-62 (Bj. 1968) sowie Il-18 (Bj. 1958) neben AN-24), so bot der Veranstalter auch die Rückreise zum Ausgangsort Peking im Regelzug an.

20181021 Bahnhof Sonha bei Kaesong20181019 Gz in Pjoengjang

Der Lok Report berichtete in letzter Zeit mehrfach über die Entspannung zwischen Nord- und Südkorea, welche sich auch mit der Wiederinbetriebnahme der grenzüberschreitenden Bahnstrecke bei Kaesong zeigt. Das Bild vom Bus aus zeigt dabei den nahegelegenen Bahnhof Sonha mit seinen sanierten Gleisanlagen.

20181018 Metro Pjoengjang20181022 Obus Pjoengjang

In Pjöngjang gehörte dabei zum touristischen Rahmenprogramm die Fahrt mit der Metro, welche augenscheinlich linienbezogen mit West- und Ostberliner Gebrauchtfahrzeugen betrieben wird (der Erhalt und die Qualität von Informationen ist stark schwankend).

Führt die Stadtrundfahrt im “historischen“ Obus hatten die Verkehrsbetriebe kurzfristig den Typ gewechselt. Anstelle eines alten Fahrzeuges wurde den westlichen Besuchern stattdessen das modernste Fahrzeug im Bestand gezeigt. Stolz verwies die Mitarbeiterin darauf, daß im Bus das Versetzen einer Haltestange ebenso wie der Abbau der Glaswand zwischen Fahrersitz und Innenraum vom Großen Marschall (Kim Jong Un) “zum Wohle der Fahrgäste“ höchstselbst angeordnet worden war...

20181023 Pjoengjang Hbf 220181023 Pjoengjang Hbf 1

Die Reise auf die Langstrecke begann am opulenten Hausbahnsteig des Pjöngjanger Hauptbahnhofes (in der letzten Zeit auch häufiger im TV zu sehen). Der internationale Teil des Schnellzuges 51/85 Pjöngjang – Sinuju – Dandong (China) bestand dabei aus chinesischen Liegewagen (damit der größte Teil der Mitreisenden heimisches Material vorfindet); an der Spitze des Zuges fanden sich ferner einige nordkoreanische Wagen, die jedoch an der Grenze abgehängt wurden. Um der im gesamten Land vorherrschenden Stromknappheit zu entgehen, wurde der Zug dann auch gleich bis Sinuju mit Diesel bespannt (obgleich die Strecke durchgehend elektrifiziert ist).

20181023 Pjoengjang Sinuju 520181023 Pjoengjang Sinuju 4
20181023 Pjoengjang Sinuju 720181023 Pjoengjang Sinuju 6

Dem kundigen Auge fällt dabei der extrem ineffiziente Zustand der Eisenbahn auf - sich im schlechten Zustand befindliche Anlagen, überwiegend kurze Züge und hoher Personalaufwand. Allgegenwärtig sind dabei die beiden "Heiligen" des Landes, wie nahezu auf jedem öffentlichen Gebäude in Nordkorea finden sich auch auf den Bahnhöfen unterwegs die beiden Porträts, welche an ausgewählten Stellen auch durch aufwendig geschaffene Mosaike ergänzt werden.

In Sinuju stand auf einem Nachbargleis zu guter Letzt noch der Wagenpark für Touristen, bestehend aus ehemaligen Schlierenwagen der BLS (Photographieren war hier leider strengstens untersagt).

Nach fast zweistündiger Grenzkontrolle am Bahnsteig (der zurückfliegende Teil der Gruppe wurde übrigens erst 100 Minuten vor Abflug vom Hotel abgeholt!) rollte der Zug im Sonnenuntergang endlich über die “Chinesisch-koreanische Freundschaftsbrücke“. Und obwohl China sicherlich nicht ein Hort von Freiheit ist, führte dieses unter den Mitreisenden zu gewisser Erleichterung ...

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zurück

Letzte Änderung am Sonntag, 05 Mai 2019 16:06